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Elektroautos: Warum sie bald günstiger als Verbrenner sind

Elektroautos: Warum sie bald günstiger als Verbrenner sind

Elektroautos sind auf dem Vormarsch und könnten schon bald günstiger sein als Verbrenner. Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich prognostizieren, dass die laufenden Kosten und die Kostenentwicklung der Elektromobilität deutlich günstiger werden. Wichtige Faktoren sind die sinkenden Batteriepreise und die geringeren Wartungskosten. Zudem schreitet der Ausbau der Ladeinfrastruktur voran, was die Attraktivität von Elektrofahrzeugen weiter erhöht. Die Automobilindustrie investiert massiv in neue Technologien und Modelle, um diesen Wandel zu unterstützen. Synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, bleiben hingegen eine weniger effiziente Lösung für die Zukunft. Die Elektromobilität steht vor einem bedeutenden Durchbruch, der von technologischen Fortschritten und staatlichen Fördermaßnahmen unterstützt wird.

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Werden Elektrofahrzeuge bald günstiger als Verbrenner?

Eine entscheidende Frage für viele Autofahrer ist, ob Elektrofahrzeuge bald preiswerter als Verbrenner sein werden. Laut Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich sind vor allem die laufenden Kosten ein ausschlaggebender Faktor. In Deutschland blieb die Nachfrage nach Elektroautos in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurück, bedingt durch die überraschende Streichung staatlicher Fördermittel und das fehlende Angebot günstiger Elektro-Kleinwagen. Der Kauf eines Elektrofahrzeugs ist momentan noch teurer als der eines vergleichbaren Verbrenners. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Ladeinfrastruktur und dem Wiederverkaufswert.

Ende 2023 zeigte sich das Forschungszentrum Jülich jedoch überzeugt, dass der Kauf eines Elektroautos sich schon ab dem kommenden Jahr nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch finanziell lohnen wird.


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Detlef Stolten, Direktor des Jülicher Instituts für Techno-ökonomische Systemanalyse, betont: „Unsere Analysen zeigen, dass schon in den nächsten Jahren Elektromobilität in den meisten Fällen die günstigere Alternative sein wird und sich dieser Trend langfristig verstärken wird.“

Kostenfaktoren: Treibstoff- und Wartungskosten als entscheidende Elemente

Die stetig steigenden Preise für Benzin und Diesel sind ein wesentlicher Faktor, der für Elektrofahrzeuge spricht. Während auch Strompreise Schwankungen unterliegen, wird erwartet, dass die Treibstoffpreise weiter ansteigen, während die Strompreise stabil bleiben oder sinken. Wartungskosten sind ein weiterer Vorteil von Elektrofahrzeugen: Sie haben weniger bewegliche Verschleißteile und benötigen keinen regelmäßigen Ölwechsel, was die Betriebskosten reduziert.


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Nutzt man Strom aus der eigenen Solaranlage, dann sind die Kosten noch einmal geringer. Auch sogenannte Autostromverträge oder variable Strompreise lassen die Kosten für die Energie noch einmal sinken. Wird künftig das bidirektionale Laden zum Standard, dann kann man mit dem Grossspeicher Elektrofahrzeug sogar Geld verdienen oder den zuvor günstigen Strom selbst nutzen, also ins Haus zurück speisen.

Anschaffungskosten vs. laufender Betrieb

Die Produktionskosten für Elektroautos liegen zwar noch über denen für Verbrenner, aber die Tendenz zeigt eine deutliche Abnahme, insbesondere bei den Batteriekosten. Fortschritte in der Batterietechnologie und zunehmende Skaleneffekte führen zu sinkenden Kosten. Hersteller wie Volkswagen planen die Einführung erschwinglicher Modelle wie des ID.1, der 2027 auf den Markt kommen soll.

E-Fuels: Zukunftschancen und Herausforderungen

Trotz des geplanten Verbrenner-Verbots in der EU bis 2035 sehen Wissenschaftler in synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) keine nachhaltige Lösung. Die Energieeffizienz von E-Fuels ist im Vergleich zur direkten Nutzung von Strom oder Wasserstoff zu gering.


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Thomas Grube, Teamleiter am Forschungszentrum Jülich, erklärt: „Um ein Fahrzeug mit E-Fuels anzutreiben, benötigt man etwa fünfmal mehr erneuerbaren Strom als bei der direkten Nutzung in einer Fahrzeugbatterie.“ E-Fuels könnten jedoch für bestehende Fahrzeuge, einschließlich Plug-in-Hybriden, von Nutzen sein, doch insgesamt wird ihr Bedarf gering bleiben, da sich Elektroautos durchsetzen.

Markttrends und Herstellerstrategien

Die Automobilindustrie investiert massiv in die Elektromobilität. Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz setzen auf die Entwicklung und Produktion neuer Elektrofahrzeuge. Volkswagen plant, bis 2030 mindestens 70 vollelektrische Modelle auf den Markt zu bringen, darunter den ID.1. BMW und Mercedes-Benz verfolgen ähnliche Strategien und investieren Milliarden in Forschung und Entwicklung.

Staatliche Förderprogramme und politische Maßnahmen

Regierungen weltweit fördern den Umstieg auf Elektrofahrzeuge durch staatliche Förderprogramme, steuerliche Anreize und Investitionen in die Ladeinfrastruktur. In Deutschland wurden Fördermittel zunächst reduziert, was zu einem Nachfrageeinbruch führte. Neue Programme und Anreize sollen den Kauf und Betrieb von Elektrofahrzeugen jedoch attraktiver machen. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Förderung für Elektrofahrzeuge bis 2025 zu verlängern und auszubauen.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Trotz positiver Entwicklungen gibt es noch Herausforderungen. Die Reichweite und Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen müssen verbessert werden. Investitionen in Schnellladestationen und die Weiterentwicklung der Batterietechnologie sind notwendig. Zudem muss die Nachhaltigkeit der Batterien verbessert werden, um die Umweltauswirkungen zu minimieren.

Die Rolle von Wasserstoff

Wasserstoff ist eine vielversprechende Alternative, insbesondere für Schwerlasttransporte und die Industrie. Brennstoffzellenfahrzeuge, die Wasserstoff in elektrische Energie umwandeln, bieten emissionsfreie Mobilitätslösungen mit großer Reichweite und kurzen Betankungszeiten. Der Einsatz von Wasserstoff könnte die Elektromobilität ergänzen und erweitern.

Zukünftige Perspektiven: Ein Blick auf 2030 und darüber hinaus

Die Zukunft der Elektromobilität sieht vielversprechend aus. Der Anteil von Elektrofahrzeugen am Gesamtfahrzeugmarkt wird bis 2030 erheblich steigen. Technologische Innovationen, strengere Emissionsvorschriften und ein wachsendes Umweltbewusstsein treiben diese Entwicklung voran.


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Autonome Fahrfunktionen und vernetzte Systeme werden den Komfort und die Sicherheit von Elektrofahrzeugen weiter erhöhen.

FAQs

Warum werden Elektroautos günstiger als Verbrenner? Elektroautos werden günstiger, weil die Batteriekosten sinken und die Wartungskosten niedriger sind. Zudem steigen die Preise für Benzin und Diesel, während die Strompreise stabil bleiben oder sinken.

Welche Vorteile bieten Elektroautos gegenüber Verbrennern? Elektroautos haben geringere Betriebskosten, verursachen keine lokalen Emissionen und benötigen weniger Wartung. Zudem sind sie leiser und tragen zur Verbesserung der Luftqualität bei.

Wie entwickelt sich die Ladeinfrastruktur für Elektroautos? Die Ladeinfrastruktur wird kontinuierlich ausgebaut. Immer mehr öffentliche Ladestationen und Schnellladestationen werden installiert, um die Reichweite von Elektrofahrzeugen zu erhöhen und deren Akzeptanz zu fördern.

Was sind E-Fuels und welche Rolle spielen sie in der Zukunft? E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. Sie können bestehende Verbrennerfahrzeuge umweltfreundlicher machen, haben aber eine geringere Energieeffizienz als direkte Stromnutzung oder Wasserstoff.

Welche Rolle spielt Wasserstoff in der Elektromobilität? Wasserstoff wird vor allem im Bereich der Schwerlasttransporte und der Industrie als alternative Energiequelle gesehen. Brennstoffzellenfahrzeuge nutzen Wasserstoff, um elektrische Energie zu erzeugen und bieten eine emissionsfreie Mobilitätslösung.

Welche Maßnahmen unterstützen den Umstieg auf Elektrofahrzeuge? Staatliche Förderprogramme, Steuervergünstigungen, Kaufprämien und Investitionen in die Ladeinfrastruktur unterstützen den Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Diese Maßnahmen machen den Kauf und Betrieb von Elektrofahrzeugen attraktiver.

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Harald M. Depta

Der Autor | Schreiberling | Experte. Seit über 10 Jahren in dem Bereich tätig. Ich bin Fachdozent und Referent, Projektplaner für E-Mobilität & PV, Kenner der Branche

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