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Mobilität: Kostenvorteil alternativer Antriebe ist Realität

Mobilität: Kostenvorteil alternativer Antriebe ist Realität

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Energiekosten von Elektroautos versus Verbrenner in Deutschland

Bereits seit dem letzten Jahr ist der Trend ganz klar: Die Betriebskosten für Elektrofahrzeuge fallen erheblich geringer aus als jene für Fahrzeuge mit herkömmlichem Diesel- oder Benzinantrieb. Besonders die Kosten für den „Treibstoff“ – elektrische Energie im Vergleich zu fossilen Brennstoffen – unterstrichen diesen Unterschied deutlich.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) haben deshalb im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) eine Wirtschaftlichkeitsanalyse der Antriebsarten durchgeführt. Diese lieferte aufschlussreiche Erkenntnisse zu den Betriebskosten von Elektroautos im Vergleich zu Verbrennungsmotoren. Die Ergebnisse zeigten, dass die durchschnittlichen Stromkosten für die am häufigsten registrierten Elektrofahrzeuge bei rund 18 kWh pro 100 Kilometer lagen. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 41,44 Cent pro kWh beliefen sich die Kosten pro 100 Kilometer auf etwa 7,46 Euro für das Laden zu Hause. An öffentlichen Ladestationen und Schnellladestationen waren die Kosten mit 9,38 Euro bzw. 11,26 Euro pro 100 Kilometer geringfügig höher.

Reale Zahlen zeigen den Unterschied

Im Vergleich dazu lag der Verbrauch bei Fahrzeugen mit Benzinantrieb durchschnittlich bei 7,7 Litern auf 100 Kilometer, was bei einem Kraftstoffpreis von 1,791 Euro pro Liter zu Kosten von 13,79 Euro pro 100 Kilometer führte. Dieselbetriebene Fahrzeuge mit einem Durchschnittsverbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometer verursachten bei einem Dieselpreis von 1,722 Euro pro Liter Kosten von 12,05 Euro pro 100 Kilometer. Daraus ergibt sich, dass die Kosten für das Laden eines Elektroautos zu Hause im Jahr 2023 signifikant niedriger waren als die für Benzin- (46 % Ersparnis) und Dieselautos (38 % Ersparnis).

Diese Gegenüberstellung verdeutlicht nicht nur die Kostenvorteile von Elektrofahrzeugen hinsichtlich des „Treibstoffs“, sondern auch einen generellen Trend zur Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität in Deutschland.

Kosten von Antrieben werden auch durch die Energiequelle aufgezeigt

Bleiben wir bei den Kosten: Schaut man auf die Energiequelle, die für den Vortrieb genutzt wird ergeben sich ganz unterschiedliche Kosten. Selbst bei noch nicht vorhandenen oder eher eingeschränkter Nutzbarkeit von Wasserstoff oder E-Fuels zeigt die Rechnung ganz klar die Realität, die häufig vernachlässigt wird. Berücksichtigen sollte man auch, dass die Entwicklungen aufzeigen werden, dass der CO2 Preis, z.B. für fossile Kraftstoffe eher nach oben gehen wird. E-Fuels, selbst aus erneuerbaren Quellen erzeugt, bleibt nach Prognosen oder Internationalen Energieagentur teuer und beim Wasserstoff wird die Art der Energiequelle die Kostenstruktur künftig aufzeigen. (Stand Februar 2024)

Kostenvergleich unterschiedlicher Antriebe von PKW | energiefahrer

Vergleich der Betriebskosten zwischen Elektroautos und Verbrennern

Die Untersuchung der Betriebskosten von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu ihren Pendants mit Verbrennungsmotor liefert weitere aufschlussreiche Einblicke. Ein markantes Beispiel bietet der direkte Vergleich zwischen dem VW e-Golf und den konventionellen Modellen VW Golf 1.5 eTSI und VW Golf 2.0 TDI. Der VW e-Golf, ein vollelektrisches Fahrzeug mit einer Leistung von 136 PS, weist einen Energieverbrauch von etwa 17,3 kWh auf 100 Kilometern auf, was zu durchschnittlichen Kosten von 7,17 Euro pro 100 Kilometer im Jahr 2023 führte.

Demgegenüber steht der VW Golf 1.5 eTSI, ein Benziner mit 150 PS, der rund 6,1 Liter auf 100 Kilometer verbraucht und dessen Betriebskosten sich auf durchschnittlich 10,93 Euro pro 100 Kilometer beliefen. Der Diesel-Pendant, der VW Golf 2.0 TDI mit ebenfalls 150 PS und einem Verbrauch von 4,8 Litern pro 100 Kilometer, verzeichnete höhere Betriebskosten von durchschnittlich 8,27 Euro pro 100 Kilometer. Diese Daten unterstreichen, dass Elektrofahrzeuge, selbst beim Laden zu Hause, im Jahr 2023 deutlich kosteneffizienter im Betrieb waren als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Langfristige Wirtschaftlichkeit von Elektroautos

Die Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen wird nicht nur durch die direkten Energiekosten beeinflusst, sondern auch durch die Gesamtbetriebskosten (Total Costs of Ownership, TCO) über die gesamte Nutzungsdauer. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) hat hierzu tiefgreifende Analysen durchgeführt. Die Forschung ergab, dass Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern über die gesamte Nutzungsdauer hinweg kostengünstiger sind, selbst unter Berücksichtigung der Anschaffungspreise und der Kosten für die Ladeinfrastruktur.

CO2 Preis beim Kraftstoff wird weiter steigen

Die Studie prognostiziert zudem, dass die Kostenvorteile von Elektroautos gegenüber Verbrennern mit der Zeit zunehmen werden, vor allem aufgrund steigender CO₂-Preise, die die Betriebskosten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in die Höhe treiben, während die Kosten für Elektrofahrzeuge durch den fortschreitenden Ausbau erneuerbarer Energien tendenziell sinken. Bei der Analyse wurden verschiedene Kostenpunkte berücksichtigt, darunter Anschaffungspreise, Kosten für die Ladeinfrastruktur, Wiederverkaufswerte, jährliche Energie- und Kraftstoffkosten, Ausgaben für Wartung und Instandhaltung, Versicherungskosten, Kraftfahrzeugsteuer und die Kosten für Treibhausgas-Quoten. Die Ergebnisse basieren hauptsächlich auf Daten aus der Fahrzeugdatenbank des ADAC.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Elektrofahrzeuge eine wirtschaftlich überzeugende Alternative zu traditionellen Verbrennungsmotoren darstellen, mit deutlichen Kostenvorteilen, die sich über die gesamte Nutzungsdauer erstrecken. Die Investition in ein Elektroauto kann sich daher langfristig sowohl finanziell als auch ökologisch auszahlen.

Kostenvorteile von Elektroautos durch Ladeinfrastruktur und Photovoltaik

Ein wesentlicher Faktor, der die Gesamtkosten eines Elektrofahrzeugs beeinflusst, ist die Ladeinfrastruktur. Besitzer von Elektroautos, die ihre Fahrzeuge mit Strom aus eigener Photovoltaik-Anlage laden können, genießen einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber jenen, die auf öffentliche Ladestationen angewiesen sind. Die Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zeigt auf, dass die Nutzung von eigenem Solarstrom die Betriebskosten eines Elektroautos signifikant senken kann. Im Vergleich zu konventionellen Lademethoden kann dieser Ansatz die Energiekosten um bis zu 42 Prozent reduzieren, was die Attraktivität der Elektromobilität weiter steigert.

Darüber hinaus offenbart die Analyse, dass der Einsatz einer eigenen Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung für das Laden des Elektroautos im Laufe von 15 Jahren einen Kostenvorteil von bis zu 12.000 Euro gegenüber einem vergleichbaren Benzinfahrzeug bieten kann. Diese Einsparungen betonen die ökonomische Effizienz und Nachhaltigkeit von Elektrofahrzeugen in Verbindung mit erneuerbaren Energiequellen.

Zukunftsperspektiven: Energiepreisentwicklung und deren Einfluss

Die Studie des Fraunhofer ISI untersucht zudem zwei verschiedene Szenarien hinsichtlich der Entwicklung der Energiepreise: ein Szenario mit steigenden Strompreisen und ein weiteres mit zunehmenden CO₂-Preisen, die insbesondere die Kosten fossiler Kraftstoffe beeinflussen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Veränderungen in den Energiepreisen über die Zeit eine immer wichtigere Rolle spielen werden, wobei der tatsächliche Einfluss dieser Preisentwicklungen auf die Betriebskosten von Elektro- versus Verbrennungsfahrzeugen erst über einen längeren Zeitraum sichtbar wird.

Interessanterweise ist der Einfluss der Energiepreise auf die Gesamtkosten geringer als der Einfluss der Ladeinfrastruktur oder der Entscheidung, ob das Fahrzeug zu Hause oder an einer öffentlichen Ladestation geladen wird. Die Kostenunterschiede zwischen den Szenarien können, abhängig von der Fahrzeugklasse und einer Nutzungsdauer von 15 Jahren, bis zu etwa 3.000 Euro betragen.

Der entscheidende Faktor: Wiederverkaufswert

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Wirtschaftlichkeit von Elektroautos beeinflusst, ist der Wiederverkaufswert. Wie Dr. Michael Krail, Leiter der Studie, erläutert, ist der Einfluss der Strom- und Kraftstoffpreise auf die Gesamtkosten geringer als zunächst angenommen. Vielmehr spielt der Wiederverkaufswert der Fahrzeuge eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der tatsächlichen Kosten über die Nutzungsdauer. Fahrzeuge mit höherem Wiederverkaufswert können die anfänglichen Mehrkosten für Anschaffung und Ladeinfrastruktur effektiv kompensieren, was die Gesamtkostenbilanz positiv beeinflusst.

Diese umfassenden Analysen und Vergleiche zwischen Elektroautos und Verbrennern verdeutlichen, dass Elektromobilität nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht eine attraktive Alternative darstellt. Die fortschreitende Entwicklung und Optimierung der Ladeinfrastruktur sowie der zunehmende Einsatz erneuerbarer Energien werden die Vorteile von Elektrofahrzeugen weiter verstärken und ihre Rolle als Schlüsselelemente einer nachhaltigen Mobilitätszukunft festigen.

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Harald M. Depta

Harald M. Depta

Der Autor | Schreiberling | Experte. Seit über 10 Jahren in dem Bereich tätig. Ich bin Fachdozent und Referent, Projektplaner für E-Mobilität & PV, Kenner der Branche

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