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Energie und Energiewende

Energiewende, erneuerbare Energien, Strommarkt und Energiepolitik in Deutschland. Hintergründe, Analysen und Praxiswissen zur Transformation des Energiesystems.

Gewerbespeicher und Flexibilitätsvermarktung im Check
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Gewerbespeicher und Flexibilitätsvermarktung im Check

Flexibilitätsvermarktung Gewerbe bezeichnet die marktgesteuerte Steuerung eines Batteriespeichers zur Erlösoptimierung. Selbst verbrauchter Solarstrom spart 32 bis 36 Cent pro Kilowattstunde. Die EEG-Einspeisevergütung liegt für 10 bis 40 Kilowatt-Peak bei 6,73 Cent (BNetzA, 02/2026). Day-Ahead-Arbitrage erzielte 2025 im Jahresschnitt rund 8 bis 9 Cent, in Hochpreisphasen bis zu 20 Cent. Voraussetzungen sind intelligentes Messsystem, Fernsteuerbarkeit, ausreichende Speicherkapazität und ein Vermarktungsvertrag. Für kleinere Gewerbespeicher unter 50 Kilowattstunden lässt sich der Aufwand kaum darstellen. PV-Anlage und Speicher sind steuerlich getrennte Wirtschaftsgüter — IAB nach §7g EStG kann für beide gebildet werden. Eigenverbrauch hat immer Vorrang.

Gasheizung Biomethan: Warum die Bio-Treppe scheitert
Energie und Energiewende, Klimaschutz und Emissionen

Gasheizung Biomethan: Warum die Bio-Treppe scheitert

Die Bio-Treppe im Gebäudemodernisierungsgesetz verpflichtet Gasheizungsbesitzer ab 2029 zur schrittweisen Biomethan-Beimischung: zehn Prozent, ab 2035 dreißig, ab 2040 sechzig Prozent. Laut Fraunhofer IFAM kostet Biomethan bis 2045 im Median 12,8 Cent je Kilowattstunde. Für ein Gewerbegebäude mit 20.000 kWh Jahresbedarf sind das bis zu 4.600 Euro — nur für den Brennstoff. Dazu kommen steigende Netzentgelte. Städte wie Jena, Düsseldorf und Oldenburg planen bereits die Gasnetz-Stilllegung. Wer heute in eine Gasheizung investiert, riskiert ein Stranded Asset. Die Alternative — Wärmepumpe kombiniert mit Photovoltaik — rechnet sich für Gewerbebetriebe ab rund 30.000 kWh Jahresstromverbrauch mit Amortisationszeiten von fünf bis neun Jahren. Mit IAB nach §7g EStG lässt sich die effektive Investitionssumme erheblich reduzieren.

Energy Sharing im Gewerbe 2026: Chancen und Grenzen
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Energy Sharing im Gewerbe 2026: Chancen und Grenzen

Energy Sharing Gewerbe ist seit dem 1. Juni 2026 rechtlich möglich. Ob ein Betrieb mitmachen kann, hängt von einer Hauptbedingung ab: Die Erzeugungsanlage darf nicht überwiegend gewerblichen Zwecken dienen. Damit scheiden die meisten betrieblichen PV-Anlagen als Quelle aus. KMU unter 250 Beschäftigten können jedoch als Abnehmer teilnehmen, wenn ein zulässiger Betreiber im selben Bilanzierungsgebiet existiert. Zwei Verträge sind erforderlich: ein Nutzungsvertrag und ein Stromliefervertrag. Der bestehende Netzbezugsvertrag bleibt bestehen. Ende 2025 hatten rund 5,5 Prozent der deutschen Haushalte ein Smart Meter. Der realistische wirtschaftliche Vorteil liegt bei 4 bis 10 Cent pro Kilowattstunde. Ein flächendeckender Rollout gilt erst ab 2029 als realistisch.

Photovoltaik Eigenverbrauch Steuerfalle für Unternehmen
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Photovoltaik Eigenverbrauch Steuerfalle für Unternehmen

Wer eine Dach-PV-Anlage im Unternehmen betreibt, steht vor einer wenig bekannten Photovoltaik Eigenverbrauch Steuerfalle. § 3 Nr. 72 EStG befreit Anlagen bis 30 kWp von der Einkommensteuer. Gleichzeitig schließt diese Steuerbefreiung den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG aus. Der IAB erlaubt, 50 Prozent der Investitionskosten vorab steuerlich abzuziehen – jedoch nur bei mindestens 90 Prozent betrieblicher Nutzung. Bei privatem Eigenverbrauch, etwa in gemischt genutzten Gebäuden, entfällt der IAB vollständig. Ein Praxisbeispiel zeigt: Bei 28.000 Euro Investitionskosten entgehen dem Betrieb so 14.000 Euro Steuerminderung. Wer Eigenverbrauchsquote, IAB-Voraussetzungen und Anlagengröße vor der Investition prüft, vermeidet diesen Fehler.

Smart Meter Pflicht im Gewerbe: Was Betriebe wissen müssen
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Smart Meter Pflicht im Gewerbe: Was Betriebe wissen müssen

Die Smart-Meter-Pflicht Gewerbe gilt seit 2026 für KMU mit einem Jahresverbrauch über 6.000 Kilowattstunden, für Betriebe mit Wallboxen ab 4,2 Kilowatt und für PV-Anlagen ab 7 Kilowatt. Am 2. Juli 2026 hat die Koalition den Rollout-Zieltermin von 2032 auf 2030 vorgezogen. Deutschland liegt mit rund 5 Prozent Smart-Meter-Abdeckung weit hinter Frankreich, Italien und Spanien mit je über 90 Prozent. Betriebe mit intelligentem Messsystem senken Ladekosten um 15 bis 30 Prozent, erhalten nach §14a EnWG eine Netzentgeltreduzierung von 120 bis 200 Euro jährlich und erschließen dynamische Tarife sowie Energy Sharing. Wer heute Ladeinfrastruktur oder PV plant, sollte die Smart-Meter-Integration von Anfang an einbeziehen.

Gewerbespeicher 2026: Asset statt Ergänzungsprodukt
Batterien und Speicher, Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Gewerbespeicher 2026: Asset statt Ergänzungsprodukt

Die EU-Batteriespeicherkapazität hat sich seit 2021 fast verzehnfacht. Gewerbespeicher legten 2025 um 31 Prozent zu. Trotzdem schöpfen viele Betriebe das Potenzial nicht aus. Gewerbespeicher mit Leistungsbereichen von 20 kWh bis 1 MWh bieten drei wirtschaftliche Hebel: Eigenverbrauchsoptimierung, Peak Shaving und Energiehandel. Allein durch Lastspitzenkappung erzielen Gewerbespeicher Amortisationszeiten von unter vier Jahren. Im Energiehandel sind monatliche Erlöse im vier- bis sechsstelligen Bereich möglich. Dynamische Stromtarife — seit Januar 2025 Pflicht — und variable Netzentgelte mit NT/ST/HT-Stufen ermöglichen gezielte Arbitrage. Seit 2026 rechnen sich Gewerbespeicher auch ohne eigene PV-Anlage, weil negative Börsenstrompreise und günstige Niedertarifphasen einen eigenständigen Betrieb tragen. Entscheidend ist das Energiemanagementsystem: Ohne Multi-use-case-Steuerung bleibt das Erlöspotenzial ungenutzt.

Gasnetz-Stilllegung: PV und Wärmepumpe als Plan
Energie und Energiewende

Gasnetz-Stilllegung: PV und Wärmepumpe als Plan

Die Gasnetz-Stilllegung nimmt konkrete Form an. Acht Großstädte planen, ihre Gasnetze bis 2045 weitgehend stillzulegen, Mannheim und Stuttgart bereits 2035. Die kommunale Wärmeplanung zeigt, wo Gas keine Zukunft hat. Die EnWG-Novelle hebt zudem den Anspruch auf einen Gasanschluss auf. Für Unternehmen ist das eine strategische Frage. Eine neue Gasheizung hält 20 bis 30 Jahre und überschreitet damit den Stilllegungshorizont vieler Netze. Hinzu kommt ein Kostenrisiko: Sinkt die Zahl der Gaskunden, steigen die Netzentgelte für die übrigen, laut Fraunhofer bis zu 4.000 Euro pro Jahr ab 2040. Die Alternative ist praxisreif. Gewerbewärmepumpen liefern bis zu 90 Grad Vorlauf, eigener Solarstrom kostet 6 bis 12 Cent statt rund 27 Cent Netzstrom. Mit Speicher und Energiemanagement sind 60 bis 80 Prozent Eigenverbrauch realistisch. Wer den lokalen Wärmeplan jetzt prüft, plant die Umstellung selbst statt später unter Druck zu reagieren.

Schwarzstartfähige PV-Anlage und Eigenverbrauch
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Schwarzstartfähige PV-Anlage und Eigenverbrauch

Eine schwarzstartfähige PV-Anlage startet nach einem Stromausfall ohne Netzstrom neu und baut ein eigenes Inselnetz auf. Eine Standardanlage kann das nicht: Sie schaltet bei Netzausfall sofort ab. Vier Komponenten sind nötig – Hybrid-Wechselrichter, DC-gekoppelter Speicher, automatische Netztrennstelle und Energiemanagementsystem. Im Betrieb sichert das System kritische Lasten wie Kühlung, IT oder Pumpen. Passende Anlagen überbrücken in der Praxis oft 12 bis 48 Stunden. Gleichzeitig senkt die Technik die Kosten: Mit Energiemanagement steigt der Eigenverbrauch von 30–40 auf 60–80 Prozent. Peak Shaving kappt teure Lastspitzen. Inklusive vermiedener Ausfallkosten erreichen Systeme aus PV, Speicher und Notstrom oft Amortisationszeiten von fünf bis neun Jahren. Entscheidend bleibt die Auslegung am realen Lastprofil.

PV-Leistung bei Hitze: Mythos oder echtes Risiko?
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

PV-Leistung bei Hitze: Mythos oder echtes Risiko?

PV-Leistung bei Hitze ist kein Naturgesetz, sondern ein Planungsergebnis. Kristalline Module verlieren je Grad über 25 Grad rund 0,3 bis 0,4 Prozent. Im Hochsommer erreichen sie 60 bis 70 Grad und liegen kurzzeitig bis zu 15 Prozent unter Nennleistung. Über das Jahr entscheidet jedoch die Auslegung: Zelltechnik (PERC, TOPCon, HJT), Modulbauart und vor allem die Montageart. Eine hinterlüftete Aufdachanlage bleibt deutlich kühler als ein dachintegriertes System. Der Unterschied beträgt 3 bis 10 Prozent Jahresertrag. Auf einem 300-kWp-Dach bedeuten schon 5 Prozent über 20 Jahre mehr als 40.000 Euro. Drei Punkte gehören deshalb in jede Ausschreibung: Temperaturkoeffizient, Hinterlüftungskonzept und freier Lufteinlass. Sie kosten nichts extra und sichern den Ertrag.

IAB-Falle vermeiden: Photovoltaik Investment prüfen
Energie und Energiewende, Strompreise und CO2

IAB-Falle vermeiden: Photovoltaik Investment prüfen

Ein Photovoltaik Investment prüfen zu lassen, entscheidet bei sechsstelligen Summen über Gewinn oder Verlust. Ein anonymisierter Praxisfall zeigt es: Ein Mieterstrom-Projekt über 380.000 Euro versprach eine glänzende IAB-Rendite. Grundlage war jedoch eine geschönte Strompreisannahme von 0,72 Euro pro Kilowattstunde nach 20 Jahren, hochgerechnet aus einem Krisenhöchststand. Seriös sind 2 bis 3 Prozent Steigerung pro Jahr. Der Beitrag erklärt die wichtigsten Warnsignale: überhöhte Prognosen, verschwiegene Degradation, unklares Betreiberrisiko und das IAB-Fristenrisiko mit 1,8 Prozent Nachzahlungszinsen bei verstrichener Drei-Jahres-Frist. Auch das Anbieterverhalten zählt: Statt offene Fragen zu beantworten, zog der Anbieter das Angebot zurück. Die unabhängige technisch-wirtschaftliche Plausibilitätsprüfung schafft Klarheit, bevor Steuerberater und Anwalt die rechtliche Bewertung übernehmen.

Gewerbespeicher Wirtschaftlichkeit ohne Denkfehler
Batterien und Speicher, Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Gewerbespeicher Wirtschaftlichkeit ohne Denkfehler

Die Gewerbespeicher Wirtschaftlichkeit lässt sich mit drei Schritten überschlagen. Zuerst zählt die Differenz aus Netzbezug und Einspeisung, beispielsweise 18 Cent pro Kilowattstunde. Bei 225 Vollzyklen und 15 Jahren Lebensdauer ergibt das rund 608 Euro pro Kilowattstunde. Nach Abzug von 15 Prozent Verlusten bleiben etwa 516 Euro. Liegt der Kaufpreis darunter, rechnet sich der Speicher. Branchenstudien sehen die Grenze bei 600 bis 700 Euro. Gewerbespeicher kosten 2026 oft 300 bis 600 Euro pro Kilowattstunde. Im Betrieb kommen Lastspitzenkappung, dynamische Tarife und die degressive AfA von 30 Prozent hinzu. Kombiniert man diese Hebel, sinkt die Amortisation auf zwei bis fünf Jahre. Eine Lastganganalyse liefert die belastbaren Zahlen.

KI-gestütztes Lademanagement: Auto wird Steuerzentrale
Elektromobilität, Energie und Energiewende, Fuhrpark und Flotte

KI-gestütztes Lademanagement: Auto wird Steuerzentrale

KI-gestütztes Lademanagement beginnt im Fahrzeug selbst. Bordcomputer, Batteriemanagement und Navigation steuern heute aktiv, wie ein Elektrofahrzeug lädt. KI-gestützte BMS liefern präzise SoC- und Reichweitenprognosen direkt im Fahrzeug. Die prädiktive Vorkonditionierung bringt die Batterie vor dem Schnellladen ins optimale Temperaturfenster und verkürzt die Ladezeit. Als software-defined vehicle erweitert das Auto seine Funktionen per Over-the-Air-Update. Im Verbund senkt das KI-Lademanagement die Ladekosten um 15 bis 30 Prozent, hebt die Eigenverbrauchsquote auf 60 bis 80 Prozent und kappt Lastspitzen. Seit dem 1. Januar 2026 gelten E-Autos rechtlich wie Speicher, die VDE-AR-N 4105:2026-03 regelt bidirektionales Laden. Entscheidend bleibt: Die Steuerung gehört ins herstellerunabhängige Energiemanagement, nicht in die Hersteller-App. Der Beitrag zeigt, was heute gilt, was künftig kommt und worauf Fuhrparkmanager bei der Fahrzeugauswahl achten müssen.

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