Wie elektrische Fahrzeuge wirklich auf unsere Netze wirken
Die Elektrifizierung von Pkw wird in Deutschland oft mit Angstbildern verbunden: Blackouts, überlastete Ortsnetze und angeblich „zu wenig Strom“. Tatsächlich zeigt ein nüchterner Blick auf Daten, Netzausbau und Regulierung, dass eine hohe Elektromobilität für professionelle Akteure in Planung, Energie- und Fuhrparkmanagement vor allem eines ist: eine gestaltbare Infrastrukturaufgabe – und ein Hebel für effizientere, flexiblere Energiesysteme.
Warum die Strommenge nicht das Problem ist
In Deutschland waren Anfang 2025 rund 49 Millionen Pkw zugelassen, davon rund 1,65 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge, Tendenz stark steigend. Der gesamte jährliche Stromverbrauch liegt bei etwa 510 Terawattstunden, die Erzeugungskapazität wird parallel zum Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen weiter erhöht. Selbst wenn mittelfristig 50 Prozent des Pkw-Bestands vollelektrisch wären, bedeutet das nicht den doppelten Stromverbrauch, sondern einen Mehrbedarf in der Größenordnung von rund zehn Prozent – je nach Fahrleistung und Effizienz der Fahrzeuge.
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Ein typisches Elektrofahrzeug verbraucht bei 15.000 Kilometern im Jahr und einem realistischen Verbrauch von 16 bis 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer etwa 2.400 bis 2.700 Kilowattstunden im Jahr. Für 25 Millionen solcher Fahrzeuge ergibt sich ein jährlicher Gesamtbedarf im Bereich von 60 bis 70 Terawattstunden, der voraussichtlich geplanter erneuerbarer Erzeugung und Rücksichtnahme der fossilen Wärmeerzeugung technisch machbar ist. Für Energie- und Lastmanagement bedeutet das: Die Frage ist weniger, ob genügend Energie vorhanden ist, sondern wann und wo diese Energie über die Verteilnetze fließt.
Gleichzeitigkeitsfaktoren: Warum nicht alle gleichzeitig geladen werden
In der öffentlichen Debatte wird häufig davon ausgegangen, dass alle Elektrofahrzeuge nach Feierabend gleichzeitig mit maximaler Leistung beladen würden. In der Praxis zeigt sich ein anderes Bild: Fahrzeuge stehen den Großteil des Tages, Ladezeiten verteilen sich und technische sowie regulatorische Instrumente senken den Gleichzeitigkeitsfaktor deutlich.
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Die FNN-Studien zu Gleichzeitigkeitsfaktoren beim Laden von Elektrofahrzeugen zeigen, dass die reale gleichzeitige Ausnutzung der Anschlussleistung deutlich unter einem theoretischen „100-Prozent-Szenario“ liegt. Selbst in Szenarien mit vielen Wallboxen führt ein seltsames typisches Nutzerverhalten, kombiniert mit zeitversetztem Laden, dazu, dass nur ein Teil der Anschlussleistung gleichzeitig genutzt wird. Untersuchungen von Netzbetreibern und Forschungsinstituten kommen zu dem Ergebnis, dass intelligentes Laden den Bedarf an Verteilnetzausbau erheblich reduzieren kann, wenn Lastmanagement gezielt eingesetzt wird.
Für Projektplaner, Energiemanager und Berater bedeutet das: Statt pauschal mit maximaler Ladeleistung aller Fahrzeuge zu rechnen, sollten Sie mit realistischen Gleichzeitigkeitsfaktoren und Lastprofilen arbeiten. Gerade bei Firmenfuhrparks oder Quartierslösungen lässt sich über gesteuerte Ladevorgänge eine zeitliche Entzerrung erreichen, die die Anschlussleistung begrenzt und die Netzverträglichkeit erhöht.
§ 14a EnWG: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen als Netzschlüssel
Mit der Neuregelung des § 14a Energiewirtschaftsgesetz hat der Gesetzgeber einen Rahmen geschaffen, um steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen, Wärmepumpen und Batteriespeicher netzdienlich einzubinden. Netzbetreiber können unter klar definierten Bedingungen und mit Vergünstigungen bei Netzentgelten in kritischen Situationen die Leistung dieser Verbraucher reduzieren, ohne den Betrieb vollständig zu unterbrechen.
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Für die Praxis heißt das: Ladeinfrastruktur im gewerblichen Umfeld wird zunehmend als steuerbare Ressource verstanden. Über standardisierte Schnittstellen und Regelungen können Betreiber von Ladeparks oder Firmenstandorten mit Fuhrpark ihre Anlagen so auslegen, dass sie von reduzierten Netzentgelten profitieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Netzstabilität leisten. Für Projektentwickler ist es damit ein Planungskriterium, eine §-14a-fähige Infrastruktur vorzusehen und mit Netzbetreibern potenziell über mögliche Steuerungslogiken zu sprechen.
Bidirektionales Laden und Vehicle-to-Grid als Praxisfeld
Nebengesteuertem Laden in eine Richtung gewinnt bidirektionales Laden an Bedeutung. Unter Vehicle-to-Grid, häufig kurz V2G genannt, versteht man die Fähigkeit eines Elektrofahrzeugs, nicht nur Strom aufzunehmen, sondern bei Bedarf wieder ins Netz oder in lokale Verbraucher einzuspeisen. Erste Pilotprojekte in Deutschland, etwa von Netzbetreibern und Industriepartnern, testen aktuell die technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und regulatorische Einbindungslösungen.
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Aus Sicht von Energiemanagern und Planern eröffnen bidirektionale Flotten neue Flexibilitätspotenziale: Fahrzeuge können zeitweise als temporäre Speicher für PV-Überschüsse dienen, Spitzenlasten in Gewerbebetrieben glätten oder in virtuellen Kraftwerken gebündelt am Energiemarkt teilnehmen. Entscheidend ist dabei eine intelligente Steuerung auf Basis von Fahrprofilen, Bereitstellungszeiten und Netzsignalen. Je nach Fuhrparkstruktur lassen sich so wesentliche Teile der vorhandenen Batteriekapazität nutzbar machen, ohne die Verfügbarkeit der Fahrzeuge für den Betrieb zu beeinträchtigen.
Praxisbeispiel: Firmenfuhrpark mit gesteuertem Laden
Ein typischer gewerblicher Standort mit 50 Elektro-Pkw und einer geplanten Ladeleistung von je 11 Kilowatt hätte rein rechnerisch eine maximale Anschlussleistung von 550 Kilowatt, wenn alle Fahrzeuge gleichzeitig geladen würden. In der Realität kommen jedoch Planungen, Bürozeiten und Standzeiten ins Spiel: Viele Fahrzeuge stehen mehrere Stunden, andere sind auf Außendiensttour, einige benötigen nur Teilladungen.
Mit einem Lastmanagementsystem, das Ladeprioritäten, Abfahrtszeiten und verfügbare Netzkapazität berücksichtigt, kann die maximale gleichzeitige Ladeleistung beispielsweise auf 150 bis 200 Kilowatt begrenzt werden, ohne die Einsatzfähigkeit der Flotte einzuschränken. Ergänzt man dies um eine PV-Anlage auf den Dachflächen und gegebenenfalls einen stationären Speicher, lassen sich Lastspitzen weiter reduzieren und Eigenverbrauchsquoten erhöhen. Über zusätzliche dynamische Stromtarife oder flexible Preismodelle können Einsparpotenziale gehoben werden, indem insbesondere in Zeiten niedrigerer Börsenstrompreise geladen wird.
Standzeiten, Lastverschiebung und Sektorkopplung als Chance
Elektrofahrzeuge unterscheiden sich von Verbrennern nicht nur durch ihren Antrieb, sondern vor allem dadurch, dass Energiebezug und Nutzung deutlich zeitlich entkoppelt sind. Während das Tanken von Kraftstoff fast immer unmittelbar vor oder während der Nutzung erfolgt, können Elektrofahrzeuge über viele Stunden geladen werden, in denen sie ohnehin stehen – nachts zu Hause, tagsüber auf dem Firmenparkplatz oder bei längeren Standzeiten im Betrieb.
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Diese Standzeiten sind aus Sicht des Energiesystems ein enormer Vorteil: Sie ermöglichen Lastverschiebung, Nutzung von PV-Mittagsspitzen und Integration dynamischer Stromtarife. In Kombination mit Wärmepumpen, stationären Speichern und steuerbaren Verbrauchern entsteht ein vernetztes System, in dem Sektorkopplung praktisch gelebt wird. Energieberater und PV-Projektmanager sollten Elektromobilität daher nicht isoliert planen, sondern als integralen Bestandteil von Gesamtenergiekonzepten – inklusive Lastmanagement, Speicherstrategie und Tarifoptimierung.
Mythen entkräften: Strommangel, Netzüberlastung und „volle Ladeleistung“
Viele Vorbehalte gegenüber Elektromobilität im beruflichen Umfeld basieren auf Missverständnissen. Der häufig geäußerte Mythos, es gebe „nicht genug Strom“ für Millionen Elektrofahrzeuge, ignoriert den laufenden Ausbau erneuerbarer Energien sowohl als auch Effizienzgewinne in anderen Sektoren. Auch die Vorstellung, alle Fahrzeuge würden abends gleichzeitig mit voller Leistung geladen, widerspricht empirischen Daten zu Ladeverhalten und den Möglichkeiten von § 14a EnWG und netzdienlicher Steuerung.
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Ebenso unrealistisch ist die Annahme, dass jedes Fahrzeug ständig die maximal mögliche Ladeleistung benötigt. In der Praxis reichen an vielen Standorten geringere Leistungen aus, wenn die verfügbare Zeit sinnvoll genutzt wird. Planer, die mit individuellen Fahr- und Ladeprofilen arbeiten, können Anschlussleistungen gezielt dimensionieren und so Netzinfrastruktur, Investitionskosten und Betrieb optimal in Einklang bringen. Für Entscheider im B2B-Bereich bedeutet dies: Wer sich an realen Daten und aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen orientiert, erhält ein deutlich entspannteres Bild vom Einfluss der Elektromobilität auf die Infrastruktur.
Ausblick: Elektromobilität als Baustein eines flexiblen Energiesystems
Elektromobilität entwickelt sich in Deutschland von einem Nischenthema zu einem zentralen Baustein der Energie- und Verkehrswende. Aktuelle Marktberichte zeigen, dass der Anteil batterieelektrischer Neuzulassungen deutlich steigt und sich der Fahrzeugbestand zügig in Richtung mehrerer Millionen Einheiten bewegt. Parallel entstehen neue Geschäftsmodelle rund um intelligente Ladeinfrastruktur, bidirektionales Laden und die Einbindung von Fahrzeugflotten in Flexibilitätsmärkte.
Für Projektplaner, PV-Unternehmen, Energiemanager und Berater eröffnet sich damit ein strategisches Feld: Wer heute Infrastruktur mitdenkt, die §-14a-fähig, lastgesteuert und perspektivisch V2G-kompatibel ist, verschafft seinen Kunden einen Vorsprung in Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. Dazu gehört auch, aktuelle Förderprogramme und regulatorische Entwicklungen im Blick zu behalten und in Projekten früh mit Netzbetreibern, Energieversorgern und Technologiepartnern zusammenzuarbeiten.
Fazit: Jetzt aktiv planen statt passiv abwarten
Die zentrale Botschaft aus heutiger Sicht lautet: Elektromobilität gefährdet nicht die Versorgungssicherheit, sondern kann – richtig integriert – zur Stabilisierung und Flexibilisierung des Energiesystems beitragen. Die entscheidenden Stellschrauben liegen in realistischen Gleichzeitigkeitsannahmen, intelligenter Ladeinfrastruktur, der Nutzung von § 14a EnWG und der schrittweisen Integration bidirektionaler Konzepte.
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Wenn Sie mit Ihren Projekten vorangehen wollen, sollten Sie Elektromobilität nicht als isolierte Ladefrage behandeln, sondern als Teil einer ganzheitlichen Energielandschaft mit Photovoltaik, Speichern, Wärmepumpen und dynamischen Tarifen denken. Prüfen Sie bestehende Standorte, Flotten und Liegenschaften konsequent auf ihr Flexibilitätspotenzial – und entwickeln Sie gemeinsam mit Fachplanern und Netzbetreibern Konzepte, die nicht nur technisch sauber, sondern auch zukunftssicher sind.
FAQ-Liste
Müssen Unternehmen ihre Netzanschlüsse grundsätzlich verstärken, wenn sie auf Elektromobilität umstellen?
Nicht unbedingt. Entscheidend ist, ob Ladeleistungen ungesteuert hinzugefügt oder durch Lastmanagement zeitlich verteilt werden. In vielen Projekten reicht eine intelligente Steuerung, um innerhalb der bestehenden Anschlussleistung zu bleiben. Erst bei hohen Ladeleistungen mit vielen Schnellladern oder sehr engen Ladefenstern wird eine gezielte Verstärkung des Anschlusses notwendig.
Wie unterscheidet sich die Planung einer Ladeinfrastruktur für Firmenflotten von der Planung für Einzelkunden?
Bei Firmenflotten stehen Fahrprofile, Einsatzzeiten und Verfügbarkeitsanforderungen im Vordergrund. Planer müssen Ladefenster, Prioritäten und Betriebszeiten erkennen und in ein Lastmanagement überführen. Einzelkunden benötigen eher einfache, komfortable Lösungen, während Unternehmen eine systemische Optimierung von Last-, Kosten- und Betriebsabläufen im Blick haben.
Welche Rolle spielt Photovoltaik bei gewerblichen Ladeprojekten?
PV-Anlagen ermöglichen, einen Teil der Ladeenergie lokal und kostengünstig bereitzustellen. Für Unternehmen ist dabei weniger die vollständige Autarkie entscheidend, sondern die sinnvolle Nutzung von PV-Erzeugung in Kombination mitem Laden, Speichern und Tarifen. Dadurch können Lastspitzen reduziert und Energiekosten gesenkt werden.
Ab welcher Flottengröße lohnt sich ein professionelles Lastmanagementsystem?
Sobald mehr als einige wenige Ladepunkte am gleichen Netzanschluss betrieben werden oder Lastspitzen vertraglich teuer werden, lohnt sich ein Lastmanagement. In der Praxis beginnt das häufig ab etwa fünf bis zehn Ladepunkten an einem Standort, insbesondere wenn ein Ausbau der Anschlussleistung vermieden werden soll.
Wie beeinflusst § 14a EnWG die Wirtschaftlichkeit von Ladeinfrastruktur?
Durch § 14a EnWG können steuerbare Verbrauchseinrichtungen von reduzierten Netzentgelten profitieren. Unternehmen, die steuerbare Ladeinfrastruktur einsetzen, können so Netz- und Energiekosten senken. Die Wirtschaftlichkeit hängt davon ab, wie gut die technische Umsetzung und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber in das Gesamtkonzept integriert werden.
Welche Daten sollten Unternehmen erfassen, um E-Mobilität sinnvoll in ihre Energieplanung zu integrieren?
Wesentlich sind Fahrprofile (Kilometer, Einsatzzeiten), Standzeiten, aktuelle Leistungsaufnahme, Lastgang des Standorts, PV-Erzeugung und Tarifstruktur. Diese Daten ermöglichen eine simulationsbasierte Planung und realistische Abschätzung von Gleichzeitigkeitsfaktoren, Ladefenstern und Einsparpotenzialen.
Ist bidirektionales Laden heute bereits für jedes Unternehmen ein Thema?
Für die breite Masse ist bidirektionales Laden noch im Aufbau, sowohl technisch als auch regulatorisch. Für innovative Unternehmen mit größeren Flotten oder stark schwankenden Lastprofilen kann es sich jedoch lohnen, die Technologie früh zu pilotieren, um Erfahrungen mit Flexibilitäts- und Vermarktungspotenzialen zu sammeln.
Wie lassen sich bestehende Diesel- oder Benzin-Flotten schrittweise in elektrische Fuhrparks überführen?
Eine schrittweise Umstellung beginnt mit Fahrzeugen mit klar planbaren Routen und Standzeiten, etwa Poolfahrzeugen oder regional begrenzten Einsätzen. Parallel wird Ladeinfrastruktur aufgebaut, Fahrprofile analysiert und optimiert. So wächst die elektrische Flotte, während gewonnene Erfahrungen und Infrastruktur sukzessiv angepasst werden.
Welche Rolle spielen dynamische Stromtarife für Unternehmensflotten?
Dynamische Tarife ermöglichen es, Ladevorgänge in Zeiten niedrigerer Börsenstrompreise zu legen. Mit einem geeigneten Steuerungssystem können Unternehmen Energiekosten deutlich reduzieren, wenn Ladefenster flexibel sind. Für Flotten mit strengen Verfügbarkeitsanforderungen muss die Tarifoptimierung jedoch eng mit Betriebsanforderungen abgestimmt werden.
Wie kann ein Energie- oder Fuhrparkmanager Mythen zur Netzüberlastung intern entkräften?
Hilfreich sind einfache Rechenbeispiele mit realistischen Gleichzeitigkeitsfaktoren, Lastprofilen und Fahrdaten des eigenen Unternehmens. Durch Szenarienplanung lässt sich zeigen, dass gesteuertes Laden und §-14a-konforme Infrastruktur die Netzbelastung im Rahmen halten. Ergänzend können Ergebnisse aus Studien und Praxisprojekten herangezogen werden.
Welche Risiken bestehen bei der Auslegung von Ladeinfrastruktur ohne Lastmanagement?
Ohne Lastmanagement drohen überdimensionierte Anschlussleistungen, unnötige Netzausbaukosten und hohe Leistungsentgelte. Zudem sinkt die Flexibilität im Betrieb, etwa wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden müssen. Im Extremfall kann es zu lokalen Engpässen kommen, die mit einer intelligenten Planung vermeidbar gewesen wären.
Wie lässt sich die Kooperation mit Netzbetreibern in Projekten effizient gestalten?
Frühzeitige Kommunikation ist entscheidend: Lastgänge, geplante Ladeleistungen, mögliche §-14a-Anwendung und Zukunftsszenarien sollten rechtzeitig mit dem Netzbetreiber besprochen werden. Klare technische Konzepte und belastbare Daten erleichtern die Abstimmung und beschleunigen Anschluss- und Genehmigungsprozesse.
Welche Rolle spielen stationäre Batteriespeicher im Zusammenspiel mit Elektromobilität?
Stationäre Speicher können Lastspitzen abfedern, PV-Überschüsse zwischen Speichern und die Netzanschlussleistung entlasten. In Kombination mit Flottenladen dienen sie als zusätzlicher Puffer, insbesondere an Standorten mit begrenzter Anschlussleistung oder stark schwankendem Verbrauch.
Wie können Energieberater ihren Kunden den Einstieg in die Elektromobilität strukturiert ermöglichen?
Ein sinnvoller Einstieg umfasst eine Bestandsaufnahme von Flotte, Lastprofil, Erzeugung und Tarifen, gefolgt von Szenarien für verschiedene Elektrifizierungsgrade. Daraus lassen sich stufenweise Ausbaupläne für Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, PV und Speicher ableiten. Begleitend sollten regulatorische Aspekte wie § 14a EnWG und Fördermöglichkeiten berücksichtigt werden.
Welche Kennzahlen sind für das Monitoring elektrischer Firmenflotten besonders relevant?
Wichtige Kennzahlen sind Ladeenergie pro Fahrzeug, Auslastung der Ladepunkte, maximale Gleichzeitigkeit, Lastspitzen, Anteil von PV-Strom, spezifische Energiekosten pro Kilometer und Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Diese KPIs ermöglichen eine laufende Optimierung von Infrastruktur, Fahrverhalten und Energiebeschaffung.
