Der Experte für Energie und Elektromobilität | energiefahrer.de

Photovoltaik und Solar

Photovoltaikanlagen, Solarstrom und Energiespeicher für Privat und Gewerbe. Praxiswissen zu Planung, Wirtschaftlichkeit und Installation von PV-Anlagen aus unabhängiger Expertenperspektive.

Handwerksrolle Photovoltaik: OLG Koblenz urteilt
Photovoltaik und Solar

Handwerksrolle Photovoltaik: OLG Koblenz urteilt

Das OLG Koblenz hat am 2. Juni 2026 als erstes deutsches Obergericht entschieden, dass Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Photovoltaikanlagen zulassungspflichtige Handwerkstätigkeiten sind (Az. 9 U 1015/25). Nur Betriebe mit Eintragung in die Handwerksrolle dürfen diese Leistungen anbieten. Die rechtliche Grundlage ist § 1 Abs. 2 HwO. Der Abgrenzungsleitfaden von DHKT und DIHK wurde bereits Anfang 2025 entsprechend geändert. Für Unternehmen als Auftraggeber bedeutet das: Wer mit einem nicht eingetragenen Betrieb arbeitet, riskiert Versicherungsausfall, Förderverlust und eingeschränkte Mängelhaftungsansprüche. Die Prüfung der Handwerksrolle vor Beauftragung ist risikorelevante Pflicht.

EEG 2027: Was Unternehmen mit PV jetzt wissen müssen
Energie und Energiewende, Klimaschutz und Emissionen, Photovoltaik und Solar

EEG 2027: Was Unternehmen mit PV jetzt wissen müssen

Das EEG 2027 schafft die garantierte Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen ab. Für Anlagen ab 100 kWp gilt ab 2027 ein Contracts-for-Difference-Mechanismus mit Erlösabschöpfung bei hohen Marktpreisen. Anlagen zwischen 25 und 100 kWp werden direktvermarktungspflichtig, der einheitliche anzulegende Wert beträgt 6,2 Cent je Kilowattstunde. Wer bis 31. Dezember 2026 in Betrieb geht, sichert sich 20 Jahre feste Vergütung ohne Rückzahlungsverpflichtung. Ab 2027 liegt die Wirtschaftlichkeit gewerblicher PV-Anlagen im optimierten Eigenverbrauch. Eigenverbrauchsquoten von 60 bis 80 Prozent sind mit Speicher, Lastverschiebung und Sektorenkopplung erreichbar. Das Netzpaket des BMWE sieht zusätzlich einen bis zu zehnjährigen Redispatch-Vorbehalt für kapazitätslimitierte Netzgebiete vor.

EEG 2027 und PV: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung
Batterien und Speicher, Photovoltaik und Solar

EEG 2027 und PV: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung

Ab 2027 entfällt die garantierte Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen bis 25 kWp. Eine Studie des Instituts aquu berechnet 69 Prozent Ertragsverlust bei Nulleinspeisung — bezogen auf eine 10-kWp-Anlage ohne Eigenverbrauchsoptimierung. Wer Lastverschiebung, prognosebasierte Speichersteuerung und ein HEMS einsetzt, erreicht Eigenverbrauchsquoten von 60 bis 80 Prozent. Für Gewerbeimmobilien bietet die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung nach § 42b EnWG eine weitere Option. Ab Juni 2026 ist Energy Sharing nach § 42c EnWG für den Austausch über Gebäudegrenzen hinweg gesetzlich zulässig. Neue Anlagen ab 7 kWp müssen seit Juni 2026 mit Smart Meter und Steuerbox ausgestattet sein. Die Wirtschaftlichkeit von PV liegt 2027 nicht mehr in der Einspeisung, sondern im optimierten Eigenverbrauch.

PV-Planung im Gewerbe: Die 4 teuersten Fehler vermeiden
Energie und Energiewende, Förderung, Photovoltaik und Solar

PV-Planung im Gewerbe: Die 4 teuersten Fehler vermeiden

PV-Planung Sektorkopplung verbindet Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur und Fuhrpark in einer Planung. Nach dem Regierungsentwurf zur EEG-Novelle soll die feste Einspeisevergütung wegfallen, der Bundesrat nahm am 25.09.2026 Stellung. Der Entwurf sieht Differenzverträge vor, einen Refinanzierungsbeitrag ab 100 Kilowatt und keinen Förderanspruch in Viertelstunden mit negativen Preisen. Für Aufdachanlagen unter 100 Kilowatt sieht er eine dauerhafte Begrenzung auf 50 Prozent der installierten Leistung vor. Bei bidirektionalem Laden unterscheiden sich Vehicle-to-Building und Vehicle-to-Grid bei Anforderungen, Messkonzepten und Kosten. Die Netzentgeltfrage bei Rückspeisung bleibt offen. Wer die Last analysiert sowie Netzanschluss, Messkonzept und Stromsteuer vor der Dimensionierung klärt, plant belastbarer.

Energiegenossenschaft Wind Solar: Chancen & Risiken erkennen
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Wind- und Solarenergie: So investieren Bürger gemeinsam

Rund 220.000 Menschen investieren über knapp 1.000 Energiegenossenschaften in Deutschland in Wind- und Solaranlagen. Gemeinsam sind 3,6 Milliarden Euro platziert, die Jahreserzeugung liegt bei 8 Terawattstunden. 80 Prozent der Genossenschaften setzen auf Photovoltaik, 25 Prozent auf Windkraft. Typische Solarrenditen liegen zwischen 2,5 und 4,1 Prozent jährlich. Das neue Energy-Sharing-Modell nach Paragraph 42c EnWG läuft seit 1. Juni 2026. Politisches Hauptrisiko: Die geplante EEG-Förderkürzung um mehr als 20 Prozent durch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche trifft neue Projekte stärker als bestehende Anlagen. Smart Meter fehlen aktuell bei 97 Prozent der Haushalte und bremsen Energy Sharing in der Praxis.

EEG 2027: Wann bleibt die PV-Anlage wirtschaftlich?
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

EEG 2027: Wann bleibt die PV-Anlage wirtschaftlich?

Ab 1. Januar 2027 entfällt die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen bis 25 kWp. Eine SFV-Studie warnt vor Amortisationszeiten von über 30 Jahren. Das Szenario gilt aber nur für Anlagen ohne Speicher und ohne Eigenverbrauchsstrategie — ein Planungsansatz, der heute nicht mehr Stand der Technik ist. Eigenverbrauch ist bereits heute viermal wertvoller als Einspeisung: 37 Cent Netzstrompreis gegenüber 7 bis 8 Cent Einspeisevergütung. Mit Batteriespeicher steigt die Eigenverbrauchsquote auf 60 bis 80 Prozent. Wärmepumpe und Wallbox erhöhen sie weiter auf über 90 Prozent. Für Unternehmen mit Elektrofahrzeugflotte ist die Kombination aus PV und Ladeinfrastruktur das stärkste wirtschaftliche Argument. PV-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern mit hohem Eigenverbrauch bleiben laut SFV-Studie selbst ohne Einspeisevergütung wirtschaftlich. Das EEG 2027 erzwingt, was technisch längst überfällig ist: Sektorkopplung und Eigenverbrauch als Planungspflicht.

Hybrider Netzanschluss: PV und Wind teilen sich den Anschluss
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Hybrider Netzanschluss: PV und Wind teilen sich den Anschluss

In Gerbstedt, Sachsen-Anhalt, hat wpd einen 54-Megawatt-Solarpark auf 53 Hektar mit rund 86.000 Modulen in Betrieb genommen. Die Anlage teilt sich den Netzanschluss mit einem bestehenden 26,4-Megawatt-Windpark. Netzbetreiber Mitnetz hat das hybride Konzept genehmigt. Ein Parkregler überwacht die kombinierte Einspeisung; der Windpark hat Einspeisevorrang. Der Solarstrom wird per PPA an einen Industrieabnehmer verkauft. Die Gemeinde Gerbstedt erhält jährlich knapp 90.000 Euro. Die Fläche wird weiterhin beweidet. Inbetriebnahme: November 2025. Vom Aufstellungsbeschluss 2021 bis zur Einweihung vergingen vier Jahre.

Gebäudeintegrierte PV: neuer BIPV-Leitfaden
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

Gebäudeintegrierte PV: neuer BIPV-Leitfaden

Das Fraunhofer ISE hat im Forschungsprojekt SolarEnvelopeCenter einen webbasierten Planungsleitfaden für gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) veröffentlicht. Entwickelt wurde er gemeinsam mit DFKI, Drees & Sommer, Wulf Architekten, IBC Solar und der DGS Berlin Brandenburg — gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Der Leitfaden stellt 15 standardisierte Konstruktionsprinzipien für Dach und Fassade bereit, die den normativen und bauordnungsrechtlichen Anforderungen entsprechen. Ein Bauart-Konfigurator erlaubt die Anpassung an projektspezifische Parameter entlang der HOAI-Leistungsphasen. Kein Hersteller und kein konkretes Produkt wird vorgegeben — das gestalterische Design bleibt flexibel. Zusätzlich enthält das Tool einen Amortisationsrechner. Die DGS bietet Seminare zur Nutzung des Webtools an.

KI PV-Planung: Warum intelligente Tools jetzt zählen
Energie und Energiewende, Photovoltaik und Solar

KI PV-Planung: Warum intelligente Tools jetzt zählen

KI-gestützte PV-Planung reduziert Planungszeit bei Compliance-Prüfungen um bis zu 70 Prozent. Regelbasierte Systeme prüfen kontinuierlich alle Parameter gegen aktuelle Normen, Netzanforderungen und gesetzliche Vorgaben. Fehlerhafte Dimensionierungen, missachtete Netzbetreiberanforderungen und Dokumentationslücken werden automatisch erkannt. Der PVpilot verbindet KI-gestützte Planungslogik mit dem Kompetenzniveau des DEKRA-Zertifikatskurses für PV-Projektmanagement. Wirtschaftlichkeitsberechnungen erfolgen als Szenarioanalysen — Auswirkungen von Strompreisänderungen, variablen Eigenverbrauchsquoten und Batteriespeichern werden in Sekunden berechnet. Premium-Zugang für DEKRA-Kursteilnehmer inklusive.

ZEREZ und Momentanreservemarkt: Was PV-Planer wissen müssen
Photovoltaik und Solar

ZEREZ und Momentanreservemarkt: Was PV-Planer wissen müssen

ZEREZ ist das Zentrale Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate. Seit dem 1. Februar 2025 ist die Nutzung gesetzlich verpflichtend — ohne gültiges ZEREZ-Zertifikat kein Netzanschluss. Seit dem 1. Juni 2026 können im Register auch Zertifikate mit netzbildenden Eigenschaften eingetragen werden. Grundlage ist der finalisierte VDE FNN Hinweis Version 2.1. Die Erweiterung ist Voraussetzung für die Teilnahme am deutschen Momentanreservemarkt, der am 22. Januar 2026 startete. Vergütungen liegen zwischen 76 und 888,50 Euro pro Megawattsekunde und Jahr. Betroffen sind Anlagen in der Mittel-, Hoch- und Höchstspannung nach VDE-AR-N 4110, 4120 und 4130. PV-Planer müssen Komponentenwahl, Zertifizierungsvorlauf und Wirtschaftlichkeit netzbildender Systeme frühzeitig in die Projektplanung integrieren.

PV-Installateur: 6 Fehler, die täglich Geld kosten
Photovoltaik und Solar

PV-Installateur: 6 Fehler, die täglich Geld kosten

PV-Installationsbetriebe arbeiten trotz voller Auftragsbücher häufig mit zu geringer Marge — wegen versteckter Prozesskosten. Eine manuelle Angebotserstellung kostet zwei bis vier Stunden pro Auftrag. Bei einer Abschlussquote von 30 bis 40 Prozent entstehen so wöchentlich bis zu 20 Stunden ungedeckter Aufwand. Falsch montierte Wechselrichter verursachen laut Fraunhofer ISE Ertragsverluste von bis zu 10 Prozent. Laut TÜV Rheinland weist ein Drittel aller untersuchten PV-Anlagen schwerwiegende Mängel auf. Seit dem Solarpaket Mai 2024 können Formfehler bei der Netzanmeldung dazu führen, dass Kunden keine Einspeisevergütung erhalten — Haftungsrisiko inklusive. Leerzeiten auf der Baustelle durch schlechte Büro-Kommunikation kosten 160 bis 200 Euro pro Stunde. Betriebe ohne Monitoring-Angebot entgehen 24.000 bis 36.000 Euro Jahresumsatz bei 200 betreuten Anlagen. Wer Angebotsprozess, Dokumentation und Monitoring strukturiert, steigert die Profitabilität pro Auftrag um 15 bis 25 Prozent.

70%-Regel PV-Anlagen 2025: Legale Umgehung und Alternativen
Photovoltaik und Solar

70%-Regel PV-Anlagen 2025: Legale Umgehung und Alternativen

Die 70%-Abregelungsregel stellt viele Betreiber von Photovoltaikanlagen vor eine kostspielige Entscheidung. Während größere Anlagen ab 25 kWp zur fernsteuerbaren Abregelung verpflichtet sind, können kleinere Anlagen zwischen verschiedenen Optionen wählen. Die pauschale 70%-Begrenzung der Einspeiseleistung erscheint zunächst als einfachste Lösung, führt jedoch zu erheblichen Ertragsverlusten. Intelligente Planungsansätze und legale Umgehungsstrategien ermöglichen es jedoch, diese Verluste zu minimieren oder ganz zu vermeiden. Die aktuellen Regelungen bieten mehrere Wege, um die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen zu optimieren, ohne gegen gesetzliche Bestimmungen zu verstoßen.

Nach oben scrollen