E-Autos halten im Fuhrpark mindestens so lange wie Verbrenner, teilweise länger. Das zeigt eine neue Auswertung von 47,4 Millionen britischen Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 bis 2026, ergänzt um historische Daten von 141 Millionen Fahrzeugen. Erst ab hohen Laufleistungen jenseits von 97.000 Kilometern zieht das E-Auto bei der Ausfallquote spürbar davon. Wer E-Autos und Verbrenner nur nach dem Alter vergleicht, kommt zu einem falschen Ergebnis. E-Autos fallen bei gleichem Alter zunächst häufiger durch die Hauptuntersuchung.
Der Grund ist simpel: Sie legen im Schnitt deutlich mehr Kilometer zurück, weil sie überdurchschnittlich oft als Firmen- und Leasingfahrzeug unterwegs sind. Für Fuhrparkleiter ist genau das der entscheidende Punkt, denn Flottenfahrzeuge fahren ohnehin mehr Kilometer als Privatwagen. Rechnet man die höhere Fahrleistung heraus, dreht sich das Bild komplett zugunsten des Elektroantriebs.
Was die neue HU-Studie tatsächlich zeigt
Die Studie widerlegt den Mythos, E-Autos seien technisch anfälliger als Verbrenner. Grundlage ist eine der größten je ausgewerteten Datenmengen zur Fahrzeugsicherheit. Kernzahlen im Überblick: 47,4 Millionen ausgewertete Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 bis 2026 Historische Vergleichsdaten von 141 Millionen Fahrzeugen Mittlere Laufleistung bei der ersten HU nach drei Jahren: E-Auto 43.568 Kilometer, Verbrenner 32.990 Kilometer Bis rund 65.000 Kilometer kaum Unterschied bei der Durchfallquote zwischen beiden Antriebsarten Der Altersvergleich allein führt deshalb in die Irre. Erst der kilometerbereinigte Blick zeigt die tatsächliche Zuverlässigkeit. Genau diese Bereinigung ist die methodische Stärke der aktuellen Auswertung gegenüber älteren Studien zum Thema.
Ab wann der Verbrenner schwächer wird
Jenseits von etwa 97.000 Kilometern öffnet sich die Schere deutlich zugunsten des E-Autos. Die Durchfallquote bei Benzinern und Diesel-Fahrzeugen steigt ab diesem Punkt kontinuierlich weiter an. Bei über 190.000 Kilometern liegt die Durchfallquote der Verbrenner bei mehr als 23 Prozent. E-Autos pendeln sich in diesem Laufleistungsbereich auf einem spürbar niedrigeren Niveau ein. Direkte Modellvergleiche stützen diesen Trend. Bei neun Fahrzeugpaaren mit identischer Karosserie, aber unterschiedlichem Antrieb, gewinnt die E-Variante fünfmal, dreimal endet es unentschieden. Nur beim VW e-Golf schneidet der Verbrenner besser ab. Dieses Muster deckt sich mit dem, was auch der reine Effizienzvergleich zwischen beiden Antriebsarten zeigt, wo der Elektromotor strukturell im Vorteil bleibt.

Für Fuhrparks ist dieser Schwellenwert relevant, weil Dienstwagen und Poolfahrzeuge solche Laufleistungen regelmäßig erreichen, oft schon innerhalb der ersten Leasingperiode.
Was die HU nicht zeigt: der Akkuzustand
Die Hauptuntersuchung prüft ausschließlich die Fahrsicherheit, nicht die Batterie. Bremsen, Reifen, Fahrwerk und Beleuchtung stehen im Fokus, Kapazitätsverlust oder Ladeverhalten bleiben außen vor. Für Fuhrparkverantwortliche bedeutet das: Die gute HU-Bilanz ersetzt keine unabhängige Akkuprüfung beim Gebrauchtkauf. Reale Flottendaten zeigen Degradationsraten von unter zwei Prozent pro Jahr, Fahrzeuge mit über 300.000 Kilometern auf dem ersten Akku sind dokumentiert. Wer den Restwert der Batterie in die eigene TCO-Rechnung aufnimmt, plant realistischer als mit einer pauschalen Abschreibung auf null.
Was das für die Fuhrpark-TCO bedeutet
Für Flotten verstärkt die kilometerbereinigte Auswertung den wirtschaftlichen Vorteil des E-Antriebs. Flottenfahrzeuge fallen genau in den hohen Laufleistungsbereich, in dem E-Autos laut Studie vorne liegen. Das trifft auf eine ohnehin schon positive Kostenlage. Marktdaten zeigen aktuell zwar niedrigere Restwerte für E-Autos nach drei Jahren im Vergleich zum Verbrenner, weil Angebot und Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt noch nicht im Gleichgewicht sind. Die neue Langlebigkeitsdaten relativieren diesen Nachteil jedoch, weil sie die technische Substanz des Fahrzeugs über die gesamte Nutzungsdauer belegen, unabhängig vom kurzfristigen Marktpreis. Wer Fahrzeuge über mehrere Halterzyklen im eigenen Betrieb hält statt früh zu verkaufen, profitiert am stärksten von der belegten Langlebigkeit.
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Praktische Konsequenzen für Beschaffung und Flottenstrategie
Wer heute E-Autos beschafft, sollte die erwartete Kilometerlaufleistung stärker gewichten als das reine Fahrzeugalter. Das verändert die Bewertung bestehender Beschaffungsrichtlinien direkt. Drei Punkte gehören jetzt in jede Flottenentscheidung: Erstens, das Einsatzprofil vor der Fahrzeugwahl klären, denn hochlaufleistungsstarke Einsätze sprechen strukturell für den Elektroantrieb. Zweitens, bei Gebrauchtfahrzeugen den Akkuzustand unabhängig prüfen lassen, da die HU dazu keine Aussage trifft. Drittens, den Batterie-Restwert explizit in die TCO-Rechnung aufnehmen statt ihn auf null zu setzen.

Ein Problem taucht in der Praxis trotzdem regelmäßig auf: Beschaffungsentscheidungen stützen sich häufig noch auf pauschale Vorurteile zur Haltbarkeit statt auf belastbare Laufleistungsdaten. Eine unabhängige Bewertung der eigenen Fuhrparksituation schafft hier Klarheit, sowohl bei der Fahrzeugwahl als auch bei der passenden Ladestrategie. Die Beratung zur gewerblichen Ladeinfrastruktur und Fuhrpark-Elektrifizierung ordnet Technik, Lastmanagement und Fahrzeugprofil zusammen ein. Der interaktive Antriebskostenvergleich liefert dazu die individuelle Kostenseite für die eigene Flotte.
Fazit
Die neue HU-Auswertung entkräftet ein zentrales Argument gegen die Fuhrpark-Elektrifizierung. E-Autos sind bei vergleichbarer Laufleistung mindestens so langlebig wie Verbrenner, ab rund 97.000 Kilometern sogar zuverlässiger. Offen bleibt der Akkuzustand, der eine eigene Prüfung braucht. Für Fuhrparkverantwortliche zählt am Ende die belastbare Zahl statt der pauschalen Sorge.
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Häufige Fragen zu E-Auto Langlebigkeit im Fuhrpark
Halten E-Autos genauso lange wie Verbrenner?
Ja. Bis rund 65.000 Kilometer unterscheiden sich E-Autos und Verbrenner bei der Hauptuntersuchung kaum. Jenseits von 97.000 Kilometern schneidet das E-Auto sogar besser ab.
Warum fallen E-Autos bei gleichem Alter häufiger durch die HU?
E-Autos legen im Schnitt mehr Kilometer zurück, weil sie oft als Firmen- oder Leasingwagen genutzt werden. Nach Alter verglichen wirkt das wie ein Nachteil, kilometerbereinigt dreht sich das Bild.
Welche Datengrundlage hat die aktuelle Studie?
Ausgewertet wurden 47,4 Millionen britische Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 bis 2026, ergänzt um historische Daten von 141 Millionen Fahrzeugen.
Ab welcher Laufleistung ist das E-Auto zuverlässiger?
Ab etwa 97.000 Kilometern öffnet sich die Schere zugunsten des E-Autos. Bei über 190.000 Kilometern liegt die Durchfallquote von Verbrennern bei mehr als 23 Prozent.
Prüft die Hauptuntersuchung auch den Batteriezustand?
Nein. Die HU prüft ausschließlich die Fahrsicherheit, also Bremsen, Reifen, Fahrwerk und Beleuchtung. Kapazitätsverlust der Batterie wird nicht erfasst.
Wie stark verliert eine E-Auto-Batterie im Fuhrparkeinsatz an Kapazität?
Reale Flottendaten zeigen Degradationsraten von unter zwei Prozent pro Jahr. Fahrzeuge mit über 300.000 Kilometern auf dem ersten Akku sind dokumentiert.
Was zeigen direkte Modellvergleiche zwischen E-Auto und Verbrenner?
Bei neun Fahrzeugpaaren mit identischer Karosserie gewinnt die E-Variante fünfmal, dreimal endet es unentschieden. Nur der VW e-Golf schneidet schlechter ab als sein Verbrenner-Pendant.
Welche Laufleistung erreichen E-Autos im Vergleich zu Verbrennern nach drei Jahren?
Bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren liegt die mittlere Laufleistung bei E-Autos bei 43.568 Kilometern, bei Verbrennern bei 32.990 Kilometern.
Was bedeutet die Studie für die Fuhrpark-TCO?
Flottenfahrzeuge fallen häufig genau in den hohen Laufleistungsbereich, in dem E-Autos laut Studie vorn liegen. Das stärkt die Gesamtkostenrechnung für die Elektrifizierung zusätzlich.
Sollte ich bei einem gebrauchten E-Auto zusätzlich den Akkuzustand prüfen lassen?
Ja. Da die HU-Bilanz den Akkuzustand nicht abbildet, empfiehlt sich vor dem Kauf eine unabhängige Prüfung von Kapazität und Ladeverhalten.
Wie wirkt sich die Laufleistung von Flottenfahrzeugen auf die Beschaffungsentscheidung aus?
Wer Fahrzeuge mit hoher erwarteter Laufleistung beschafft, sollte die Kilometerlaufleistung stärker gewichten als das reine Fahrzeugalter, da genau dort der Vorteil des E-Autos zunimmt.
Woher stammen die HU-Daten der Studie?
Grundlage sind britische Hauptuntersuchungen (MOT-Tests), die dem deutschen TÜV-Verfahren entsprechen, ausgewertet für den Zeitraum 2024 bis 2026.


