Die neue Gasumlage für Unternehmen startet im Oktober 2027 und fällt je nach Verbrauch sehr unterschiedlich aus. Ein Haushalt zahlt laut Referentenentwurf nur 3,77 bis 7,20 Euro im Jahr. Die Industrie trägt Berichten zufolge rund 60 Prozent der Kosten. Das größere Risiko liegt jedoch in den Gasnetzentgelten und in der Stromumlage für neue Gaskraftwerke. Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Referentenentwurf für eine nationale Gasreserve vorgelegt. Er trägt den Stand 12. Oktober 2026 und liegt in der Ressortabstimmung. Beschlossen hat ihn noch niemand. Dennoch zeigt er die Richtung: Die Kosten rund ums Gas verteilen sich auf immer weniger Schultern. Dieser Beitrag ordnet ein, was das für Unternehmen, Fuhrparks und Haushalte bedeutet.
Gasumlage für Unternehmen 2027: Was sie kostet
Ein Betrieb mit 2.000.000 Kilowattstunden Gasverbrauch zahlt 580 bis 720 Euro Umlage im Jahr. Die Umlage selbst bleibt damit überschaubar. Der Entwurf rechnet mit 0,029 bis 0,036 Cent je Kilowattstunde. Sie startet am 1. Oktober 2027. Außerdem darf das Ministerium sie jedes Jahr zum Oktober neu berechnen. Die Zahlen im Überblick: 10.000 kWh Jahresverbrauch: 2,90 bis 3,60 Euro 20.000 kWh (Einfamilienhaus): 5,80 bis 7,20 Euro 200.000 kWh (kleiner Betrieb): 58 bis 72 Euro 2.000.000 kWh (Betrieb mit Prozesswärme): 580 bis 720 Euro Die Werte für 200.000 und 2.000.000 Kilowattstunden sind eigene Rechenbeispiele auf Basis des Entwurfssatzes.
Die Reserve soll 24 Terawattstunden umfassen. Das entspricht rund zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Sie soll den Ausfall der größten Importinfrastruktur 30 Tage lang abdecken. Die Reserve kostet laut Entwurf 247 bis 308 Millionen Euro im Jahr. Die alte Gasspeicherumlage lag bei 0,289 Cent je Kilowattstunde und existiert nicht mehr. Die neue Umlage erreicht nur ein Achtel bis ein Zehntel davon. Außerdem laufen die gesetzlichen Mindestfüllstände Ende März 2027 aus. Mitte Oktober 2026 lag der Füllstand der Speicher bei 60,3 Prozent.
Gasnetzentgelte: Warum das Netz zur Kostenfalle wird
Gasnetzentgelte steigen, weil immer weniger Kunden dasselbe Netz bezahlen. Ein Gasnetz braucht Betrieb und Wartung, egal wie viele Anschlüsse bleiben. Wechseln Nachbarn auf Wärmepumpen, verteilen sich die Fixkosten auf weniger Kunden. Die BDEW-Kurzumfrage vom Mai 2026 belegt den Trend: Bei mehr als 75 Prozent der Netzbetreiber stiegen die Entgelte von 2025 auf 2026. Bei 62 Prozent sank die abgenommene Gasmenge. Knapp 80 Prozent wenden kürzere Nutzungsdauern nach KANU 2.0 an. Der BDEW erwartet weiter steigende Entgelte. Langfristige Modelle zeigen, wie weit das gehen kann. Eine Agora-Studie, zitiert vom vzbv, nennt bis 2044 in der Spitze das Neun- bis Sechzehnfache. Das Fraunhofer IFAM rechnet für 2045 mit 3.300 bis 4.300 Euro Netzkosten für einen Dreipersonenhaushalt. Heute sind es 300 bis 400 Euro.
Beides sind Modellrechnungen unter bestimmten Annahmen, keine Prognosen. Für Betriebe zeigt der Vergleich der IHK Lippe die Größenordnung. Leistungsgemessene Unternehmen zahlen dort im Schnitt 13 Prozent mehr als 2025. Die Spanne reicht von 1,15 bis 2,00 Cent je Kilowattstunde. Das ist grob das 30- bis 70-Fache der neuen Umlage. Die Werte gelten allerdings nur für die Region Lippe. Die Berechnungsregeln für Gasnetzentgelte laufen Ende 2027 aus. Die Bundesnetzagentur arbeitet deshalb an einer neuen Systematik. Der vzbv fordert Schutz vor unzumutbaren Netzkosten. Mehr als jede zweite Wohnung heizt noch mit Gas. Mieter entscheiden nicht selbst, womit ihr Haus heizt.
Gasabhängigkeit senken: Was jetzt zu prüfen ist
Unternehmen prüfen zuerst ihre Heizkosten über 10 bis 15 Jahre, danach Strombedarf und Ladekosten. Jede Gruppe hat dabei einen eigenen Hebel.
Betriebe mit Gasheizung im Gebäude
Prüfen Sie zuerst, was Ihre Gasheizung über 10 bis 15 Jahre wirklich kostet. Der Heizkostenrechner für Öl, Gas, Wärmepumpe, Pellets und Fernwärme bietet dafür einen Gewerbe-Modus. Er rechnet die CO₂-Abgabe ein. Künftige Preis- und Netzentgeltsteigerungen enthält er jedoch nicht. Fragen Sie deshalb Ihren Versorger nach dem erwarteten Gasnetzentgelt für 2040. Wie der CO₂-Preis das Bild verändert, zeigt der Beitrag CO₂-Preis 2028: ETS-2-Verzögerung und Folgen für Unternehmen.
Betriebe mit Prozesswärme
Prozesswärme trifft die Umlage am stärksten, weil der Verbrauch hoch ist. Je höher der Verbrauch, desto höher die Umlage. Jede Kilowattstunde, die Strom ersetzt, spart deshalb Gasumlage. Eigener Solarstrom deckt außerdem einen Teil des neuen Strombedarfs. Der PV-Kostenrechner für die Photovoltaik-Wirtschaftlichkeit zeigt Investition, Ersparnis und Amortisation. Die Basisversion ist kostenlos.
Fuhrparkleiter
Ein Elektrofuhrpark umgeht das Gas, trägt aber die Stromumlage ab 2031. Eigener Solarstrom senkt zudem den Netzbezug am Standort. Wie hoch die Umlage je Kilowattstunde ausfällt, ist noch offen. Der PV-Kostenrechner rechnet Elektrofahrzeuge und Ladepunkte in der Basisversion mit.
Haushalte
Haushalte spüren die Umlage kaum, die Netzentgelte aber deutlich. Hausbesitzer rechnen im Heizkostenrechner mit dem Privatmodus. Mieter haben diese Wahl nicht und sind auf Vermieter und Kommunen angewiesen. Das Problem: Das Gasnetzentgelt für 2040 und die Stromumlage ab 2031 lassen sich heute nicht sicher beziffern. Die Lösung ist eine Gesamtrechnung aus Wärme, Strom und Mobilität. Für Konzeption, Wirtschaftlichkeit und steuerrechtliche Einordnung steht die gewerbliche PV-Beratung von energiefahrer.de bereit. Alles zu mir, meiner Erfahrung auf meiner ÜBER MICH Seite.

Gasumlage für Unternehmen und Stromumlage: Die zweite Rechnung
Alle Stromkunden zahlen ab 2031 für neue Gaskraftwerke, auch Betriebe, die längst elektrisch heizen oder fahren. Die Anlagen sollen in Dunkelflauten einspringen. Der Stand im Überblick: Der Bundestag billigte das Gesetz am 9. Juli 2026. Die Regierung schreibt 11 Gigawatt aus, spätestens Ende 2031 am Netz. Davon sind 9 Gigawatt für lange Dunkelflauten vorgesehen. Die Anlagen müssen 15 Jahre bereitstehen. Der ursprüngliche Entwurf nennt 1 bis 3 Milliarden Euro für 2031. Danach sind es 0,9 bis 2,3 Milliarden Euro jährlich. Nach Angaben eines Verbands könnten es 2031 mehr als 4 Milliarden Euro werden. Wie viel das je Kilowattstunde ausmacht, ist offen. Gas steckt damit doppelt im System: als Brennstoff im Keller und als Reservekraftwerk im Stromnetz.
Aus eigener Erfahrung: Heizen ohne Gas
Wer von Gas auf eine Wärmepumpe wechselt, entgeht der direkten Gasumlage. Mein Haus stammt von 1865. Ich heizte es zunächst fossil. Vor drei Jahren musste ich entscheiden, wie es weitergeht. Ich habe eine Wärmepumpe eingebaut und kaufe Strom im dynamischen Tarif. Die neue Gasumlage betrifft mich deshalb nicht mehr direkt. Indirekt schon: Bäckereien und Gaststätten geben höhere Gaskosten in ihren Preisen weiter. Bei der Stromumlage ist offen, was auf mich zukommt. Ihre Ausgestaltung steht noch nicht fest.
Fazit
Die Gasumlage ist klein, das Gesamtrisiko nicht. Entscheidend ist, wer die Kosten am Ende trägt: immer weniger Gaskunden. Der Entwurf kann sich noch ändern. Beim Netzentgelt erwartet der BDEW jedoch weiter steigende Werte. Wer früh Alternativen prüft, plant Wärme, Strom und Mobilität gemeinsam und gewinnt Planungssicherheit.
Weiterführende Beiträge:
Stromsteuer sinkt: EU-Plan macht Strom billiger als Gas
Gaskraftwerke: 10 Gründe für steigende Strompreise
CO₂-Preis 2028: ETS-2-Verzögerung & Folgen für Unternehmen
Häufige Fragen zur Gasumlage für Unternehmen
Wann startet die neue Gasumlage?
Laut Referentenentwurf vom 12. Oktober 2026 startet die neue Gasumlage am 1. Oktober 2027. Das Ministerium kann sie jedes Jahr zum Oktober neu berechnen. Der Entwurf ist noch nicht beschlossen und liegt in der Abstimmung mit Ländern und Verbänden.
Wie hoch ist die Gasumlage je Kilowattstunde?
Der Entwurf rechnet mit 0,029 bis 0,036 Cent je Kilowattstunde. Das ergibt bei 20.000 Kilowattstunden 5,80 bis 7,20 Euro im Jahr. Bei 200.000 Kilowattstunden sind es 58 bis 72 Euro (eigene Rechnung auf Basis des Entwurfssatzes).
Was kostet die Gasumlage ein Unternehmen?
Die Kosten hängen direkt vom Gasverbrauch ab. Ein Betrieb mit 2.000.000 Kilowattstunden zahlt rechnerisch 580 bis 720 Euro im Jahr. Berichten zufolge trägt die Industrie rund 60 Prozent der Gesamtkosten der Reserve.
Wofür dient die nationale Gasreserve?
Die Reserve soll 24 Terawattstunden umfassen und Extremfälle wie Sabotage abdecken. Das entspricht rund zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität und soll den Ausfall der größten Importinfrastruktur 30 Tage lang abdecken. Einsetzen darf das Gas nur die Bundesnetzagentur nach Ausrufung der Notfallstufe.
Wie viel kostet die Gasreserve pro Jahr?
Der Referentenentwurf beziffert die jährlichen Kosten auf 247 bis 308 Millionen Euro. Die Umlage soll diese Kosten decken.
Warum steigen die Gasnetzentgelte?
Weniger Kunden teilen sich die Fixkosten desselben Netzes. Laut BDEW-Kurzumfrage vom Mai 2026 stiegen die Entgelte bei mehr als 75 Prozent der Netzbetreiber. Bei 62 Prozent sank die abgenommene Gasmenge, knapp 80 Prozent nutzen kürzere Nutzungsdauern nach KANU 2.0.
Wie hoch können Gasnetzentgelte langfristig steigen?
Das Fraunhofer IFAM rechnet in einer Modellrechnung für 2045 mit 3.300 bis 4.300 Euro Netzkosten für einen Dreipersonenhaushalt, etwa dem Zehnfachen von heute. Eine Agora-Studie nennt bis 2044 in der Spitze das Neun- bis Sechzehnfache. Beides sind Modellrechnungen, keine Prognosen.
Was passiert mit den Berechnungsregeln für Gasnetzentgelte?
Die geltenden Berechnungsregeln laufen Ende 2027 aus. Die Bundesnetzagentur hat im Juni 2026 Orientierungspunkte für eine neue Systematik der Gasnetzentgelte vorgelegt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert Schutz vor übermäßigen Netzkosten.
Welche Umlage kommt über den Strom?
Ab 2031 zahlen alle Stromkunden eine Umlage für neue Gaskraftwerke. Der Bundestag billigte das Gesetz am 9. Juli 2026, ausgeschrieben werden 11 Gigawatt. Der ursprüngliche Entwurf nennt 1 bis 3 Milliarden Euro für 2031. Wie hoch die Umlage je Kilowattstunde ausfällt, ist offen.
Gilt die Gasumlage auch für Haushalte?
Ja, alle Gasverbraucher zahlen sie. Für typische Haushalte nennt der Entwurf 3,77 bis 7,20 Euro im Jahr. Ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden zahlt 5,80 bis 7,20 Euro.
Welche Rechner helfen Unternehmen bei der Entscheidung?
Der Heizkostenrechner von energiefahrer.de bietet einen Gewerbe-Modus und vergleicht Öl, Gas, Wärmepumpe, Pellets und Fernwärme. Er berücksichtigt keine künftigen Preissteigerungen bei Öl und Gas. Der PV-Kostenrechner zeigt Investition, Ersparnis und Amortisation einer Photovoltaik-Anlage, inklusive Elektrofahrzeugen.


