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Batteriespeicher stärken Eigenverbrauch im Unternehmen | energiefahrer.de
Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch im Unternehmen, doch ob sie sich rechnen, entscheidet der Einzelfall. Fraunhofer ISE simulierte für 2025 zusätzliche Speicher mit 20 Gigawatt Leistung: Die Preisspreizung sank von 130 auf 53 Euro pro Megawattstunde, die Stunden mit negativen Preisen von 575 auf 271, der Marktwert von Solarstrom stieg von 45,08 auf 61,02 Euro pro Megawattstunde. Der EEG-Entwurf 2027 sieht für Neuanlagen das Ende der festen Einspeisevergütung vor. Beschlossen ist er nicht, die erste Lesung war am 24.09.2026. Der PV-Kostenrechner schätzt Investition, Ersparnis und Amortisation mit eigenen Zahlen.

Batteriespeicher steigern den Eigenverbrauch in Unternehmen und machen PV-Strom unabhängiger von Vergütungsregeln. Fraunhofer ISE hat 2025 simuliert: 20 Gigawatt zusätzliche Speicher hätten den Marktwert von Solarstrom um 35 Prozent gehoben. Ob sich ein Speicher im einzelnen Betrieb rechnet, entscheidet jedoch die Einzelfallrechnung. Stand: 13.10.2026 Zwei Entwicklungen rücken den Batteriespeicher in den Mittelpunkt. Fraunhofer ISE hat am 1. Oktober 2026 einen Preissimulator veröffentlicht. Außerdem sieht der Regierungsentwurf zum EEG 2027 das Ende der festen Einspeisevergütung für Neuanlagen vor. Dieser Beitrag ordnet beides für Unternehmen ein. Die Fakten stammen aus Primärquellen: der Fraunhofer-Pressemitteilung, dem Bundestag und dem EEG-Gesetzestext. Der Abschnitt “Einordnung aus der Praxis” enthält dagegen die Meinung des Autors.

Batteriespeicher und Unternehmen: Was die Fraunhofer-Simulation zeigt

Zusätzliche Batteriespeicher würden die Börsenstrompreise glätten und den Marktwert von Solarstrom anheben. Das Fraunhofer ISE hat dafür auf Energy-Charts einen Preissimulator veröffentlicht. Er fügt den echten Geboten der Day-Ahead-Auktion eine frei wählbare Batterieflotte hinzu. Die Auswertung für 2025 nutzt 20 Gigawatt Leistung bei zwei Stunden Speicherdauer, also 40 Gigawattstunden. Das Szenario rechnet mit Blockgeboten und ohne grenzüberschreitenden Stromhandel. Die Ergebnisse laut Pressemitteilung des Fraunhofer ISE vom 1. Oktober 2026:

  • Mittlere tägliche Preisspreizung: von 130 auf 53 Euro pro Megawattstunde (minus 60 Prozent)
  • Stunden mit Preisen über 200 Euro pro Megawattstunde: von 169 auf 20
  • Stunden mit negativen Preisen: von 575 auf 271
  • Marktwert von Solarstrom: von 45,08 auf 61,02 Euro pro Megawattstunde (plus 35 Prozent)
  • Abendspitze am 20.01.2025: von 583 auf 221 Euro pro Megawattstunde
  • Mittagspreis am 11.05.2025: von minus 250 auf minus 20 Euro pro Megawattstunde

Fraunhofer betont, dass es sich um eine Was-wäre-wenn-Rechnung handelt und nicht um eine Prognose. Mehrere Unternehmen der Speicher- und Solarbranche haben die Entwicklung finanziell unterstützt. Dazu zählen ECO STOR, FENECON und BELECTRIC sowie der Bundesverband Neue Energiewirtschaft. Der Simulator rechnet mit einem Batteriewirkungsgrad von 86 Prozent und berücksichtigt Alterungskosten je gespeicherter Megawattstunde. Die Batterien kaufen Strom bei niedrigen Preisen und verkaufen ihn bei hohen. Dabei maximieren sie ihren Gewinn über eine ganze Woche. Jeder Kauf und Verkauf verschiebt die Gebotskurven und damit den Preis für alle anderen Marktteilnehmer. Nutzer stellen Batterieleistung von 0 bis 20 Gigawatt, Speicherdauer von zwei bis sechs Stunden und ein Marktszenario ein. Der Simulator ist auf Energy-Charts frei zugänglich, Fraunhofer aktualisiert ihn täglich.

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Negative Preise: Warum Eigenverbrauch mit Batteriespeicher im Unternehmen zählt

Bei negativem Spotmarktpreis sinkt der Förderanspruch nach § 51 EEG 2023 auf null. Der Anlagenbetreiber erhält dann für diesen Zeitraum keine Vergütung für eingespeisten Strom. Für Anlagen unter 100 Kilowatt gilt das erst ab dem Kalenderjahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems. Nach § 51a verlängert sich der Vergütungszeitraum um die betroffenen Viertelstunden. Strom, den ein Betrieb selbst nutzt oder speichert, fällt nicht unter diese Regel. Negative Preise treten laut Fraunhofer-Basisdaten häufig auf: 2025 zählten die Day-Ahead-Preise 575 Stunden unter null. Die Speicher nähmen in der Simulation den Mittagsstrom auf und senkten diese Zahl auf 271. Wie Unternehmen negative Preise nutzen, beschreibt der Beitrag Negative Strompreise 2025: Unternehmen kassieren Geld.

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EEG-Novelle 2027: Was der Regierungsentwurf vorsieht

Der Regierungsentwurf sieht vor, die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen abzuschaffen und die Direktvermarktung zur Pflicht zu machen. Der Stand am 13.10.2026 laut Bericht des Bundestags zu Lesung und Anhörung:

  • Der Entwurf (Drucksache 21/7867 vom 07.09.2026) ist noch kein Gesetz
  • Die erste Lesung war am 24.09.2026, die öffentliche Anhörung am 05.10.2026
  • Anlagen unter 25 Kilowatt: Festvergütung bis Ende 2028, nur drei Jahre lang, 5,2 Cent pro Kilowattstunde (zuletzt rund acht Cent)
  • Anlagen ab 100 Kilowatt: Differenzverträge (Contracts for Difference)
  • Der Bundesrat lehnt die Abschaffung der Einspeisevergütung für Dach-PV ab

Die Bundesregierung hält am Ziel fest, den Anteil erneuerbaren Stroms bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern. Bei Differenzverträgen erhalten Betreiber eine Absicherung. Verdienen sie am Markt deutlich mehr, führen sie einen Teil der Mehreinnahmen ab. Der Bundesrat kritisiert, dass für kleine Anlagen noch flächendeckend Smart Meter und passende Dienstleister für die Direktvermarktung fehlen. In der Anhörung bewerteten die Sachverständigen den Entwurf unterschiedlich.

Alle verlangten jedoch erhebliche Nachbesserungen. Prof. Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht ordnete ein: Für Anlagen ab 25 Kilowatt wechselt nur das Förderinstrument. Für Anlagen unter 25 Kilowatt entfällt nach den Übergangsregeln jede Förderung. Außerdem läuft die beihilferechtliche Genehmigung des geltenden EEG am 31. Dezember 2026 aus. Der Entwurf beendet also die Vergütung der Einspeisung, nicht die Einspeisung selbst. Den Verlauf dokumentiert der Bericht des Bundestags zu Lesung und Anhörung.

Eigenverbrauch mit Batteriespeicher: Warum im Unternehmen der Einzelfall zählt

Ob sich ein Batteriespeicher im Unternehmen rechnet, hängt vom einzelnen Betrieb ab. Die Fraunhofer-Simulation bildet die Wirkung am Day-Ahead-Markt ab. Erlöse im Intraday-Handel, bei Systemdienstleistungen und Regelenergie sowie die Entlastung der Netze enthält sie nicht. Sie beantwortet deshalb nicht, ob sich ein Speicher an einem bestimmten Standort lohnt. Dafür liefert sie eine gemeinsame Datenbasis: Jede Woche seit dem 1. Januar 2025 ist abrufbar, auch Dunkelflauten und Feiertage mit negativen Preisen. Fraunhofer-Projektleiter Leonhard Gandhi weist darauf hin, dass Speicher den Preis glätten, aber keinen Strom erzeugen. Speicher und gesicherte Leistung gehören deshalb zusammen gedacht.

Für die Rechnung braucht ein Betrieb seine eigenen Zahlen: Verbrauch, PV-Leistung, Vergütungsmodell und Investition. Der PV-Kostenrechner von energiefahrer.de rechnet Investition, Ersparnis und Amortisation mit eigenen Eingaben und bezieht Stromspeicher kostenfrei ein. Das Ergebnis ist eine Orientierung und ersetzt keine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Einordnung aus der Praxis

Wer heute jede PV-Anlage im Einzelfall durchrechnet, findet kaum noch einen sinnvollen Grund, auf einen Batteriespeicher zu verzichten. Das gilt auch dann, wenn die Investition steigt. Ein Speicher speichert Strom und gibt ihn ab. Außerdem kann er am Strommarkt teilnehmen. Für mich ist er ein ganz normaler Bestandteil der PV-Anlage und des Energiemanagementsystems. Der wertvollste Strom ist der, den ich selbst nutze. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Vergütung für eingespeisten Strom sinkt und später entfällt.

Dazu kommen die Einschränkungen durch das Solarspitzengesetz. Ohne Speicher kommt man dann in einer PV-Anlage nicht mehr zurecht. Speicher laufen bei privaten wie bei gewerblichen Anlagen, weil sie Vorteile liefern. Auch im Winter lädt der Speicher günstigen dynamischen Strom und liefert ihn zu teuren Zeiten. Kunden planen die PV-Anlage zunächst oft zu klein oder deutlich zu groß. Entscheidend sind die richtige Mischung und Variabilität. Das Energiemanagementsystem sorgt dafür, dass man den Speicher nicht einschränkt, sondern mitnutzt. Am Anfang muss man sich ein wenig darum kümmern, danach läuft es automatisiert. Strom im Speicher bedeutet keinen Verzicht. Viele glauben das, den Zahn kann man ziehen.

Ich empfehle, früh die passende Größenordnung zu klären und einen flexiblen, erweiterbaren Speicher zu wählen. Die PV-Anlage ist meistens nur der Einstieg. Den echten Strombedarf sieht man erst, wenn Sektoren dazukommen. Viele haben kein Gefühl für eine Kilowattstunde, anders als für einen Liter oder ein Kilogramm. Deshalb muss man ein solches System erst kennenlernen. Der Speicher ist dabei eine deutliche Unterstützung und keine Belastung.

Fazit

Batteriespeicher glätten laut Fraunhofer-Simulation Preisspitzen und heben den Marktwert von Solarstrom. Der EEG-Entwurf würde die Vergütung der Einspeisung ändern, beschlossen ist er jedoch nicht. Für ein Unternehmen zählt deshalb die Rechnung mit eigenen Daten. Sie zeigt, wie sich Eigenverbrauch, Speicher und Vergütungsmodell im Zusammenspiel verhalten. Die Fraunhofer-Daten zeigen die Marktwirkung, nicht die Wirtschaftlichkeit eines einzelnen Betriebs. Zugleich verändert der EEG-Entwurf die Vergütung. Eine Planung sollte Eigenverbrauch, Speicher und Regelwerk deshalb gemeinsam prüfen. Dabei unterstützt energiefahrer.de mit der gewerblichen PV-Beratung. Der PV-Kostenrechner liefert eine erste Orientierung zu Investition und Amortisation. Der PVpilot klärt für Planer, Installateure und Berater vorab Regulatorik und offene Punkte. Der Zugang zum PVpilot steht ausschließlich Unternehmern offen.

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Viele Unternehmen investieren in PV — und lassen dabei erhebliches Potenzial liegen. Weil das Gesamtsystem nicht zu Ende gedacht wird: Regulatorik, Steuerrecht, Sektorkopplung und Wirtschaftlichkeit gehören zur Planung — nicht zum Nachdenken danach.

Häufige Fragen zu Batteriespeicher und Eigenverbrauch im Unternehmen

Was zeigt die Fraunhofer-Simulation zu Batteriespeichern?

Fraunhofer ISE simulierte für 2025 zusätzliche Batteriespeicher mit 20 Gigawatt Leistung und 40 Gigawattstunden Kapazität. Die mittlere tägliche Preisspreizung sank von 130 auf 53 Euro pro Megawattstunde. Der Marktwert von Solarstrom stieg von 45,08 auf 61,02 Euro pro Megawattstunde.

Ist die Fraunhofer-Simulation eine Prognose?

Nein. Fraunhofer ISE beschreibt sie als Was-wäre-wenn-Rechnung auf Basis realer Gebote des Jahres 2025. Sie zeigt die Wirkung am Day-Ahead-Markt. Erlöse im Intraday-Handel, bei Systemdienstleistungen und Regelenergie sowie die Entlastung der Netze enthält sie nicht.

Gilt der simulierte Börsenpreis auch für den Strompreis eines Unternehmens?

Nein. Der Simulator berechnet Börsenpreise am Day-Ahead-Markt, keine Endkundenpreise. Wie sich ein Speicher im einzelnen Betrieb auswirkt, hängt von Verbrauch, PV-Leistung, Vergütungsmodell und Investition ab.

Was passiert mit der Vergütung bei negativen Strompreisen?

Bei negativem Spotmarktpreis sinkt der Förderanspruch nach § 51 EEG 2023 auf null. Für Anlagen unter 100 Kilowatt gilt das erst ab dem Kalenderjahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems. Nach § 51a verlängert sich der Vergütungszeitraum um die betroffenen Viertelstunden.

Wird die Einspeisevergütung abgeschafft?

Der Regierungsentwurf zum EEG 2027 sieht das für Neuanlagen vor. Er ist am 13.10.2026 noch kein Gesetz. Der Bundestag hat ihn am 24.09.2026 in erster Lesung beraten und am 05.10.2026 angehört.

Was sieht der Entwurf für Anlagen unter 25 Kilowatt vor?

Feste Vergütungen sind noch bis Ende 2028 vorgesehen, aber nur drei Jahre lang. Der Satz sinkt auf 5,2 Cent pro Kilowattstunde, zuletzt waren es rund acht Cent.

Was gilt im Entwurf für Anlagen ab 100 Kilowatt?

Für sie sollen Differenzverträge gelten. Betreiber erhalten eine Absicherung. Verdienen sie am Markt deutlich mehr, führen sie einen Teil der Mehreinnahmen ab.

Wie bewerten Sachverständige den EEG-Entwurf?

Die Bewertungen gehen weit auseinander. Industrieverbände begrüßen mehr Kosteneffizienz und Marktorientierung. Umwelt- und Solarverbände warnen vor einer Verzögerung beim Ausbau. Alle Seiten verlangen erhebliche Nachbesserungen.

Wer hat den Fraunhofer-Preissimulator finanziert?

Neun Organisationen, darunter der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne), unterstützten die Entwicklung. Genannt sind ECO STOR, bne, Harmony Energy, Return J&P, BELECTRIC, MaxSolar, FENECON, Kyon Energy Solutions und Remmers Solar.

Wo kann ich den Preissimulator selbst nutzen?

Der Preissimulator ist auf Energy-Charts frei zugänglich. Nutzer stellen Batterieleistung von 0 bis 20 Gigawatt und Speicherdauer von zwei bis sechs Stunden ein. Die Daten sind seit dem 1. Januar 2025 wochenweise abrufbar.

Wie prüfe ich als Unternehmen, ob sich ein Batteriespeicher lohnt?

Das hängt vom Einzelfall ab. Der PV-Kostenrechner von energiefahrer.de schätzt Investition, Ersparnis und Amortisation mit eigenen Eingaben und rechnet Stromspeicher kostenfrei ein. Der PVpilot klärt vorab Regulatorik und offene Punkte, sein Zugang steht nur Unternehmern offen.

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Autor & Herausgeber
Harald M. Depta
Unabhängiger Berater · DEKRA-Bildungspartner · Fachdozent
DEKRA-zertifiziertTÜV-zertifiziert250+ Projekte

Harald M. Depta begleitet Unternehmen bei Photovoltaik, Elektromobilität und Fuhrparkmanagement. Als DEKRA-Bildungspartner verbindet er Praxis und Weiterbildung markenunabhängig.

Dieser Beitrag wurde teilweise mit Unterstützung von KI-Tools erstellt sowie von Harald M. Depta fachlich geprüft und freigegeben. Keine Rechts- oder Steuerberatung durch energiefahrer.de.

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