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Elektrifizierung im Betrieb: Warum PV der Schlüssel ist
+ Elektromobilität 10 Min. Lesezeit

Elektrifizierung im Betrieb: Warum PV der Schlüssel ist

Harald M. Depta 16. Juni 2026 Aktualisiert: Juni 2026
Harald M. Depta
Harald M. Depta
Projektmanager & DEKRA-Fachdozent · Photovoltaik, Elektromobilität & Ladeinfrastruktur
Auf einen Blick

Eine globale Umfrage unter knapp 2.000 Unternehmen in 18 Ländern zeigt: 90 Prozent wollen bis 2035 fossile Energien vollständig durch Erneuerbare ersetzen. 79 Prozent der Firmenchefs nennen den Iran-Energiepreisschock als Beschleuniger für die Elektrifizierung. In Deutschland benennen 83 Prozent der befragten Unternehmen die hohen Strompreise als Haupthindernis — gleichzeitig befürchten 70 Prozent, dass Deutschland bei der Energiewende ins Hintertreffen gerät. Der Gewerbestrompreis liegt 2026 bei durchschnittlich 27,15 ct/kWh. Eigenstrom aus einer gewerblichen PV-Anlage kostet je nach Konfiguration 6 bis 12 ct/kWh. Für Betriebe mit Elektroflotte ist die Kombination aus PV-Anlage und gesteuertem Laden der einzige Weg, die TCO-Rechnung unabhängig von politischen Entscheidungen zu verbessern.

90 Prozent der Unternehmen wollen bis 2035 weg von fossilen Energien

Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Public First unter fast 2.000 Unternehmen in 18 Ländern weltweit zeigt: 90 Prozent der befragten Geschäftsführer und CEOs gehen davon aus, dass sie bis 2035 fossile Energien durch Erneuerbare vollständig ersetzt haben werden. Befragt wurden Unternehmen mit mindestens einer Million Dollar Jahresumsatz. Die Studie wurde von der Stiftung Klimawirtschaft gemeinsam mit den Denkfabriken E3G und der We Mean Business Coalition in Auftrag gegeben. 79 Prozent der Firmenchefs gaben an, durch den Iran-Energiepreisschock sei die Elektrifizierung — also die Umstellung von Öl, Gas und Kohle auf erneuerbaren Strom — deutlich dringender geworden als zuvor.

88 Prozent erwarten durch die Elektrifizierung eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit. Für Fuhrparkmanager und Energieverantwortliche in Unternehmen ist das keine abstrakte Zahl: Es bedeutet, dass der Druck, jetzt zu handeln, massiv steigt — unabhängig davon, was die Politik im nächsten Haushaltsjahr beschließt.

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Deutsche Unternehmen: Strompreis als Hauptbremse

Von den knapp 2.000 Umfrageteilnehmern kamen 106 aus Deutschland. Ihr Befund ist eindeutig: 83 Prozent der deutschen Befragten glauben, dass die Elektrifizierung ihre Energiekosten langfristig senken würde — dennoch nennen 70 Prozent der deutschen Führungskräfte die hohen Strompreise als Haupthindernis für die Transformation. Das ist kein Widerspruch, sondern eine präzise Beschreibung des Problems.

Laut DIHK ist Strom für deutsche Unternehmen stellenweise fünfmal teurer als an konkurrierenden Standorten. Wer heute auf Elektrofahrzeuge umstellt, Produktionsprozesse elektrifiziert oder eine Ladeinfrastruktur im Betrieb aufbaut, zahlt diesen Preis — ohne dass ein schneller politischer Ausweg in Sicht ist. Ab 2026 gilt zwar die dauerhaft gesenkte Stromsteuer auf EU-Mindestniveau für rund 600.000 produzierende Unternehmen — die DIHK geht jedoch davon aus, dass nur 15 Prozent der deutschen Unternehmen von dieser Maßnahme profitieren.

Für alle anderen bleibt der Gewerbestrompreis das entscheidende Problem: Er lag im Februar 2026 bei durchschnittlich 27,15 ct/kWh. Die Unternehmen fordern deshalb von der Politik: Senkung der Systemkosten, konsistente Unterstützung der Energiewende, stabile Regulierung, schnellere Genehmigungsverfahren, schnellere Netzanschlüsse und den Ausbau sowie die Digitalisierung des Stromnetzes. 70 Prozent der deutschen Befragten befürchten, dass Deutschland bei der Energiewende bereits ins Hintertreffen gerät.

Was das für den Fuhrpark bedeutet

Für Fuhrparkmanager ist die Botschaft klar: Wer die Elektrifizierung des Fuhrparks mit der Hoffnung auf sinkende Strompreise verknüpft, wartet möglicherweise zu lange. Die Betriebskosten von Elektrofahrzeugen sind selbst bei heutigen Gewerbestrompreisen in den meisten Flottenprofilen günstiger als Verbrenner — vorausgesetzt, die Ladeinfrastruktur ist optimiert und netzdienliches Laden wird aktiv genutzt. Der entscheidende Hebel für die Gesamtkostenbetrachtung (TCO) liegt nicht im Warten auf politische Strompreiskorrekturen, sondern im aktiven Aufbau von Eigenstromerzeugung.

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Photovoltaik: Der einzige Weg, der nicht auf Regulierung wartet

Während Unternehmen auf Stromsteuersenkungen, Netzentgeltreformen und schnellere Genehmigungsverfahren warten, gibt es eine Lösung, die heute funktioniert: die eigene Photovoltaikanlage. Wer auf dem Betriebsdach Eigenstrom erzeugt, senkt den effektiven Strombezugspreis sofort und dauerhaft — unabhängig von EPEX-Spotpreisen, Netzentgelten oder politischen Koalitionsverhandlungen.

Für Betriebe mit Elektroflotte ist die Kombination aus PV-Anlage und gesteuertem Laden besonders wirksam. Eigenstrom aus der PV-Anlage, der direkt in die Fahrzeugbatterien fließt, kostet in der Regel zwischen 6 und 12 ct/kWh — also ein Bruchteil des Gewerbestrompreises. Das verbessert die TCO-Rechnung jedes einzelnen Elektrofahrzeugs im Fuhrpark erheblich.

PVpilot: KI-gestützte PV-Planung für Gewerbebetriebe

Die Herausforderung für viele Betriebe ist nicht die Entscheidung für PV, sondern die Planung. Welche Anlagengröße ist sinnvoll? Wie hoch ist der Eigenverbrauchsanteil bei einem gemischten Fuhrpark mit fünf, zwanzig oder fünfzig Elektrofahrzeugen? Lohnt sich ein Batteriespeicher? Ist eine Direktvermarktungskomponente wirtschaftlich? Genau hier setzt PVpilot an — das KI-gestützte PV-Planungstool von energiefahrer.de, das speziell für gewerbliche Anlagen entwickelt wurde.

PVpilot berechnet Eigenverbrauchsquoten, Amortisationszeiträume und optimale Anlagenkonfigurationen auf Basis realer Verbrauchsprofile. Für Installateure und Energieberater, die solche Projekte professionell begleiten, ist das Tool ein direkter Zeitgewinn in der Kundenberatung. Mehr dazu: https://energiefahrer.de/pvpilot/

DEKRA-zertifizierte Fachkompetenz — nicht nur Marketing

Für Unternehmen, die jetzt eine Elektrifizierungsstrategie aufsetzen, stellt sich schnell die Frage nach der richtigen Begleitung. Der Unterschied zwischen einem allgemeinen Energieberater und einem DEKRA-zertifizierten Experten für Photovoltaik und Elektromobilität ist im B2B-Kontext erheblich — nicht nur in der Qualität der Empfehlungen, sondern auch für das ESG-Reporting: Zertifizierte Fachkenntnisse lassen sich belegen und dokumentieren.

Die DEKRA-Zertifizierungen in PV, Elektromobilität und Fuhrparkmanagement bilden die Grundlage für seriöse Beratungsleistungen in diesen drei Bereichen. Wer als Installateur oder Berater in dieses Themenfeld einsteigen oder seine Kompetenz nachweisbar erweitern will, findet bei der DEKRA entsprechende Lehrgänge — und bei energiefahrer.de redaktionelle Begleitung zu Inhalten und Marktentwicklungen.

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Kritische Einordnung: Ambitionierte Ziele, strukturelle Engpässe

Die Umfrageergebnisse klingen optimistisch. 90 Prozent der Unternehmen wollen bis 2035 fossil-frei sein — das ist in neun Jahren. Realistisch betrachtet sind jedoch einige strukturelle Engpässe zu benennen, die den Weg dorthin bremsen.

Erstens: Netzanschlüsse. Wer heute eine gewerbliche PV-Anlage oder eine größere Ladeinfrastruktur plant, kämpft in vielen Regionen Deutschlands mit Wartezeiten von zwölf bis achtzehn Monaten für den Netzanschluss. Schnellere Genehmigungsverfahren, wie sie die Unternehmen in der Umfrage fordern, sind bisher Ankündigung, nicht Realität.

Zweitens: Speicher und Sektorenkopplung. Die Kombination aus PV, Batteriespeicher und Lademanagement ist technisch ausgereift und wirtschaftlich darstellbar — sie setzt aber voraus, dass Betriebe das Gesamtsystem planen, nicht Einzelkomponenten beschaffen. Wer nur eine Wallbox installiert, ohne das Gesamtenergiemanagement zu optimieren, lässt Potenziale ungenutzt.

Drittens: Politische Verlässlichkeit. Die im Koalitionsvertrag von Union und SPD verankerte Stromsteuersenkung für alle Verbraucher ist bisher nicht umgesetzt worden. Sabine Nallinger von der Stiftung Klimawirtschaft fordert explizit, Strom gegenüber fossilen Energien dauerhaft günstiger zu machen. Solange das nicht passiert, bleibt die Elektrifizierung für viele Betriebe eine Rechnung mit einer unbekannten Variablen.

Die Unternehmen, die jetzt handeln — mit eigener PV-Anlage, optimiertem Lademanagement und einem klaren TCO-Blick auf den Fuhrpark — schaffen sich Unabhängigkeit von dieser Variablen. Das ist die eigentliche Botschaft hinter den 90 Prozent.

Häufige Fragen zur Elektrifizierung in Unternehmen

Warum wollen so viele Unternehmen bis 2035 weg von fossilen Energien?

Laut einer Umfrage des Instituts Public First unter knapp 2.000 Unternehmen in 18 Ländern treibt vor allem der Energiepreisschock infolge des Iran-Konflikts die Unternehmen zur Elektrifizierung. 79 Prozent der Firmenchefs gaben an, die Dringlichkeit habe sich durch den Preisschock deutlich erhöht. 88 Prozent erwarten durch Elektrifizierung eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit. Die Kombination aus Versorgungssicherheit, Kostensenkung und ESG-Anforderungen macht den Wechsel zu erneuerbaren Energien für Unternehmen strategisch notwendig.

Was ist die größte Bremse für die Elektrifizierung in Deutschland?

In Deutschland nennen 70 Prozent der befragten Unternehmensführer die hohen Strompreise als Haupthindernis. Der Gewerbestrompreis lag im Februar 2026 bei durchschnittlich 27,15 ct/kWh. Zwar gilt ab 2026 eine dauerhaft gesenkte Stromsteuer für rund 600.000 produzierende Betriebe — die DIHK schätzt jedoch, dass nur etwa 15 Prozent aller deutschen Unternehmen davon profitieren. Zusätzlich bremsen lange Wartezeiten bei Netzanschlüssen und fehlende stabile Regulierung die Transformation.

Wie hilft eine Photovoltaikanlage Unternehmen bei der Elektrifizierung?

Eine gewerbliche PV-Anlage erzeugt Eigenstrom zu Kosten von in der Regel 6 bis 12 ct/kWh — deutlich unter dem aktuellen Gewerbestrompreis von 27,15 ct/kWh. Für Betriebe mit Elektroflotte senkt Eigenstrom, der direkt in die Fahrzeugbatterien fließt, die Betriebskosten erheblich. Gleichzeitig verbessert PV die Eigenverbrauchsquote, reduziert die Abhängigkeit vom Börsenstrompreis und stärkt die Versorgungssicherheit. Die Wirtschaftlichkeit lässt sich mit Tools wie PVpilot auf Basis realer Verbrauchsprofile berechnen.

Was bedeutet netzdienliches Laden für Fuhrparkmanager?

Netzdienliches Laden bedeutet, dass Elektrofahrzeuge dann bevorzugt laden, wenn Strom günstig und im Überfluss verfügbar ist — zum Beispiel bei hoher PV-Einspeisung oder niedrigen Börsenstrompreisen. Im Fuhrparkkontext bedeutet das: Ein intelligentes Lademanagementsystem steuert die Ladezeiten automatisch, maximiert den Eigenverbrauchsanteil aus der betriebseigenen PV-Anlage und vermeidet teure Lastspitzen. Das senkt die Energiekosten pro gefahrenem Kilometer und verbessert die TCO-Rechnung der gesamten Flotte.

Welche Maßnahmen fordern deutsche Unternehmen von der Politik?

Laut der Public-First-Umfrage fordern die deutschen Firmenchefs von der Politik: Senkung der Systemkosten, konsistente politische Unterstützung für die Energiewende, stabile regulatorische Rahmenbedingungen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, schnellere Netzanschlüsse sowie den Ausbau und die Digitalisierung des Stromnetzes. Die im Koalitionsvertrag verankerte Stromsteuersenkung für alle Verbraucher ist bisher nicht umgesetzt. Sabine Nallinger von der Stiftung Klimawirtschaft fordert zudem, Strom dauerhaft günstiger als fossile Energien zu machen.

Was ist PVpilot und für wen ist das Tool geeignet?

PVpilot ist ein KI-gestütztes PV-Planungstool von energiefahrer.de, das speziell für gewerbliche PV-Projekte entwickelt wurde. Es berechnet Eigenverbrauchsquoten, Amortisationszeiträume und optimale Anlagenkonfigurationen auf Basis realer Verbrauchsprofile. Geeignet ist es für Installateure, Energieberater und Fuhrparkverantwortliche, die die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage inklusive Ladeinfrastruktur schnell und belastbar bewerten wollen. PVpilot ist erreichbar unter energiefahrer.de/pvpilot/.

Warum ist DEKRA-Zertifizierung für die Beratung zur Betriebselektrifizierung wichtig?

DEKRA-Zertifizierungen in Photovoltaik, Elektromobilität und Fuhrparkmanagement belegen nachweisbare Fachkompetenz — das ist im B2B-Kontext und für das ESG-Reporting von Unternehmen relevant. Sie unterscheiden zertifizierte Fachberatung von allgemeinen Marketingaussagen. Für Betriebe, die ihre Elektrifizierungsstrategie dokumentieren und gegenüber Stakeholdern oder Kreditgebern belegen müssen, ist die Zusammenarbeit mit zertifizierten Experten ein messbarer Qualitätsunterschied.

Harald M. Depta
Über den Autor
Harald M. Depta
Projektmanager & DEKRA-Fachdozent · energiefahrer.de
DEKRA TÜV NORD HWK BAFA

Unabhängiger Berater, Projektplaner und Fachdozent für Photovoltaik, Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, Fuhrparkmanagement und ESG. Zertifiziert durch DEKRA, TÜV NORD, HWK und BAFA. Lehrtätigkeit für TÜV NORD und DEKRA. Inhaber von energiefahrer.de mit Sitz in Sundern im Sauerland.

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